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Norddeutsche Rundschau

20. November 2017 | 10:51 Uhr

Beratungszentrum für Krebsbetroffene

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft eröffnet Einrichtung in der Koogstraße beim Westküstenflohmarkt

Mit einem Tag der offenen Tür im Rahmen des 35. Westküstenflohmarktes am Sonnabend, 13. Juni ab 10 Uhr öffnet das neue Krebsberatungszentrum Westküste in der Koogstraße 41-43 erstmalig seine Türen für interessierte Besucher. Vier Wochen vor der elften Auflage des Benefiz-Spektakels „Wattolümpiade“ Welt geht mit der Eröffnung der neuen Räume für den Wattolümpiade-Verein ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. „Das Krebsberatungszentrum Westküste ist nicht nur so etwas wie ein Aushängeschild für die Wattolümpiade. Es bietet Außenstehenden einen optimalen Überblick darüber, was mit den Geldern passiert, die durch die schmutzigsten Spiele für eine saubere Sache generiert werden“, so der Vorsitzende des Wattolümpischen Komitees, Dirk Passarge.

Weit über 250 000 Euro hat der Wattolümpiade-Verein seit 2004 zusammengesammelt. Geld, das unter dem Motto „Start gegen Krebs“ Krebsbetroffenen in der Region auf unterschiedliche Weise zugute kam. Neben der Finanzierung von Palliativzimmern sorgte der Verein mit der Einrichtung von zwei Beratungsstellen in Heide und Brunsbüttel dafür, dass sich die Krebsberatung auch an der Westküste etabliert.

Die Räume des Krebsberatungszentrums Westküste unter dem Dach der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft, die vor einer umfassenden Renovierung einem Veterinär als Praxis dienten, sollen zukünftig Krebspatienten und Angehörigen sowie Freunden krebsbetroffener Patienten als Anlaufstelle zur Verfügung stehen. Die bisherige Krebsberatungsstelle aus dem Westküstenklinikum wird in Zukunft dort untergebracht sein. Neben einer allgemeinen Sozialberatung erfahren Hilfesuchende unter anderen eine psychoonkologische Beratung, die sich zum einen mit möglichen Behandlungswegen und zum anderen mit dem Umgang der Diagnose Krebs beschäftigt. Ein umfangreiches Angebot an Kursen und Workshops, die auf die Bedürfnisse von Krebspatienten und deren Angehörigen zugeschnitten sein werden, sowie Selbsthilfegruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten runden das Angebot ab.

Als erste Ansprechperson fungiert Krebsberatungszentrum-Mitarbeiterin Petra Köster. Jeweils dienstags von 15 bis 18 Uhr sowie mittwochs und donnerstags von 9 bis 12 Uhr wird das Beratungszentrum zunächst geöffnet sein. „Die Tage und Öffnungszeiten sind natürlich nicht in Stein gemeißelt. Uns geht es darum jetzt erst einmal loszulegen, in den kommenden Wochen wird sich sicher noch so einiges tun“, sagt Wattolümpia-Ehrenpräsident Michael Behrendt.

„Eine solche Anlaufstelle abseits von Kliniken ist immens wichtig“, unterstreicht Prof. Dr. Dr. Bernhard Kimmig, Vorstandsmitglied der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft. Unter anderen an Tumorzentrum im Kiel habe er die Erfahrung gemacht, dass viele Hilfesuchende in Kliniken unsicher seien. Außerhalb von Krankenhäusern seien sie eher in der Lage , sich auf Angebote einzulassen, die das durch die Diagnose erschütterte Leben wieder in geordnete Bahnen lenken oder einfach nur eine Stütze in schwierigen Zeiten sind.

„Zehn Jahre, nachdem die erste Krebsberatungsstelle am Brunsbütteler Klinikum ihre Arbeit aufnahm, steht nun mit der Einweihung des Krebsberatungszentrums Westküste Großes bevor“, zeigt sich Jens Rusch begeistert. 2001 erkrankte der heute 65-jährige Brunsbütteler an einem Zungengrundtumor. Während seines Kampfes gegen die Krebserkrankung kam dem freischaffenden Künstler die Idee, die Wattolümpiade in eine Benefizveranstaltung zu verwandeln. Mit der Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer, allen voran Michael Behrendt, konnte die Veranstaltung im Watt vor Brunsbüttel zu einem Event ausgebaut werden, das großes internationales Interesse genießt und seitdem durch Spenden und Aktionen vielen Menschen eine Hilfe ist.

Beeindruckt zeigten sich gestern unter anderen Dr. Axel Walter sowie Ehefrau Gudrun. Als Eigentümer der Räume, in denen das Krebsberatungszentrum Westküste untergebracht ist, erklärten sie sich bereit den Wattolümpiade-Verein und die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft zu unterstützen, indem sie auf die Mieteinnahmen verzichten. „Es ist unglaublich, mit wieviel Engagement und Liebe uns die Menschen unterstützen und die Einrichtung des neuen Krebsberatungszentrum Westküste möglich gemacht haben“, äußert sich Katharina Papke, Geschäftsführerin der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft beeindruckt.


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Weitere Informationen: www.krebsgesellschaft-sh.de oder telefonisch zu den Geschäftszeiten 04852/8378070


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