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Heiligenstedtenerkamp : Bele Stege weiß alles über Milch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

21-Jährige setzt sich in ihrem Jahrgang landesweit an die Spitze von 18 Auszubildenden / Demnächst Ehrung in Berlin

Im Männer dominierten Beruf der Milchtechnologie gehört Bele Stege (21) aus Heiligenstedtenerkamp zu den Spitzennachwuchskräften. In ihrem Ausbildungsjahrgang wurde sie Landesbeste, setzte sich damit an die Spitze von 18 Auszubildenden in ganz Schleswig-Holstein. Dafür wurde sie bereits bei der Freisprechung besonders geehrt, und nun folgt sogar eine Würdigung auf Bundesebene. Sie ist nach Berlin eingeladen, um im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Urkunde zu erhalten.

Dabei kam sie erst über einige Umwege an ihre Ausbildung, von deren Existenz sie vorher gar keine Ahnung hatte, wie sie schildert. In Heiligenstetenerkamp aufgewachsen, wollte sie nach ihrem Realschulabschluss an der Wolfgang-Borchert-Realschule in Itzehoe am RBZ (Regionales Bildungszentrum) ihr Abitur machen, Fachrichtung Ernährung. „Das hat mir aber nach zwei Jahren keinen Spaß mehr gemacht“, sagt sie. „Ich wollte lieber eine Ausbildung beginnen.“

Mit Hilfe der Berufsberatung der Agentur für Arbeit fand sie den Beruf der Milchtechnologie. Ein Glücksfall für sie, wie sich schließlich heraus stellen sollte. Um da hinein zu schnuppern, absolvierte sie mit 18 ein einwöchiges Praktikum als Milchtechnologin. „Das gefiel mir gleich auf Anhieb sehr gut“, und so begann Bele Stege ihre Ausbildung in der Meierei Barmstedt. Der Beruf erfordert von ihr eine Mischung aus Fachwissen und ganz konkreten Arbeitsgängen: von der Verarbeitung der Rohmilch über die Einhaltung der Qualitäts- und Hygienevorschriften bis hin zur gesamten Bandbreite der Produktion. Im Laufe ihrer Ausbildung hat Bele Stege alle Abteilungen durchlaufen, um sich überall ein Bild vom Betrieb zu machen und sich schließlich eine Abteilung als Schwerpunkt auszuwählen – in ihrem Fall die Käserei. „Am Anfang wusste ich gar nicht, was mich erwartet, aber ich bereue es nicht, denn mit dem Rohstoff Milch zu arbeiten, macht mir Spaß“, erzählt sie.

Die Berufsschule fand in drei Blöcken, jeweils sechs Wochen, in Malente statt. Auch das hat ihr vornehmlich Spaß gemacht. In einer kleinen Lehrmeierei mit Anlagen im Mini-Format wurde dort die Verbindung von Theorie und Praxis vermittelt. Die Ausbildung bedeutete für sie aber auch Wochenend- und Schichtarbeit, schließlich geben die Kühe ihre Milch zu jeder Zeit. „Man muss flexibel sein und gewöhnt sich daran.“

Insgesamt 18 Auszubildende aus ganz Schleswig-Holstein haben den Abschluss gemacht. „Schon die Berufsschule fiel mir leicht.“ Durch ihre schulischen Vorkenntnisse schaffte sie die schriftliche und die praktische Prüfung mit einer „1“ und schloss ihre Ausbildung im Zeugnis mit der Gesamtnote 1,0 ab. Alle Noten zusammengerechnet, ergab sich ein Durchschnitt von 1,58. Damit war sie Landesbeste. Jetzt erhielt Bele Stege sogar eine Einladung nach Berlin zum Verbandstag des ZDM („Zentralverband Deutscher Milchwirtschaftler“) am Sonnabend, 26. September, in der Landesvertretung von Sachsen-Anhalt. Durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erhält sie eine Urkunde.

Einen festen Job hat Bele Stege mittlerweile gefunden. Nachdem ihr Ausbildungsbetrieb ihr überraschend mitgeteilt hatte, dass er keine weitere Verwendung für sie habe, erhielt sie eine Anstellung in der Käserei Holtsee (Kreis Rendsburg-Eckernförde), wo sie bereits begonnen hat. „Es gefällt mir dort sehr gut, die Arbeit macht mir Spaß“, sagt sie
Dort ist sie im Maschinenraum tätig. „Das ist eine Herausforderung, weil es der allumfassendste Bereich ist“, erläutert sie. „Als ich das ausprobierte, funktionierte das sehr gut“, sagt sie.

In diesem Männer dominierten Beruf ist sie als Frau noch in der Minderheit: Nur zwei der 18 Auszubildenden waren Mädchen. „Aber es kommen mehr nach“, ist Bele Stege überzeugt.

 

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