Haushaltsberatung : Bei VHS und Waldmuseum Rotstift angesetzt

Die Natur erleben im Garten der Sinne – aber ab 2014 mit Einschränkungen: Die Politik will die Mittel zusammenstreichen.
Die Natur erleben im Garten der Sinne – aber ab 2014 mit Einschränkungen: Die Politik will die Mittel zusammenstreichen.

Jetzt geht’s zur Sache: Der Touristik- und Kulturauschuss empfiehlt massive Kürzungen. Besonders das Waldmuseum und die Volkshochschule sind betroffen. Bei der VHS soll der Zuschuss gar auf Null gesetzt werden.

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16. November 2013, 08:00 Uhr

Das Bemühen war deutlich: Mal 100 Euro da, mal 500 Euro dort. Die Mitglieder des Touristik- und Finanzausschusses haben den Gürtel enger geschnallt. Und das viel ihnen nicht leicht, wie sie selbst betonten. „Wir müssen doch sehen, dass wir irgendwo sparen. Das ist doch keine Willkür von uns“, erklärte Benno Schwohn an Ernst-Otto Pieper und Gerhard Strufe gerichtet.

Die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiter rund um Waldmuseum und Erlebniswald waren es nämlich, die den Rotstift als Erste zu spüren bekamen. Das Arbeitsmaterial für die Museumspädagogik von 1000 auf 300 Euro, Aus- und Fortbildungen von 1000 auf 800 Euro, Geschäftsaufwändungen von 3000 auf 2000 Euro – das waren einige Pläne der Kommunalpolitiker. Für Pieper und Strufe ein Schlag ins Gesicht. „Wenn wir keine Materialien an die Hand bekommen, können wir gleich zumachen“, erklärte Strufe aufgebracht. Und Pieper führte an, wie viel Zeit, eigene Geräte und Verbrauchsmaterial sie verwenden würden gerade um zu sparen – „da kann ich mich heute richtig ein bisschen drüber ärgern“. Nach einer emotionalen Diskussion einigte man sich auf 500 Euro für die Museumspädagogik, bei den Fortbildungen bleiben 1000 Euro bestehen. „Die brauchen wir auch, weil wir 25 Stunden Fortbildung im Jahr nachweisen müssen, um die Zertifizierung zu behalten“, so Pieper. Dafür wurde beispielsweise bei der Öffentlichkeitsarbeit stärker gekürzt – von 2500 auf 1500 Euro, statt nur auf 2000.

Bemängelt wurden von allen Parteien, dass im Vorweg des Ausschusses nicht schon Absprachen stattgefunden hatten. Dort hätte man einige Probleme bereits klären können. Schwierig sind die Haushaltsberatungen auch, da bei vielen Posten noch einige offene Rechnungen ausstünden und die Positionen am Anfang November so aussähen, als ob sie nicht ausgeschöpft seien. Doch viele Rechnungen würden gerade erst zum Jahresende fällig, erklärte Dirk Bergfleth Geschäftsbereichsleiter Allgemeine Verwaltung im Amt Burg-St. Michaelisdonn.

Ein weiterer Leidtragender der Burger Sparzwänge ist die Volkshochschule (VHS) Burg-St. Michaelisdonn. Die 1500 Euro, die bisher als Haushaltsposten für die Einrichtung eingestellt worden waren, wurden komplett gestrichen. In den vergangenen Jahren hatte die Gemeinde auf Antrag regelmäßig einen Beitrag von 0,32 Euro pro Bürger entrichtet. Dirk Krohn (CDU) gab zu bedenken, dass Burg sich bereits über die Amtsumlage beteilige. Die Empfehlung, den VHS-Beitrag zu streichen, fiel einstimmig.

Zudem soll 2014 diskutiert werden, welche Gebühren für die Nutzung der gemeindlichen Gebäude anfallen. Insbesondere geht es um das Waldmuseum und die Bökelnburghalle, die bisher kostenfrei von der VHS genutzt werden können. Der MTV Burg zahle für die Bökelnburghalle freiwillig eine jährliche Pauschale von 500 Euro, berichtete Sabine Gehrken, stellvertretende Vorsitzende des Sportvereins.

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