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Freiwillige Feuerwehr : Bei der Ecklaker Feuerwehr brennt es

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ohne Nachfolger für die jetzige Wehrführung um Jan Eggers und Stefan Prüßdroht droht die Auflösung.

Krise in der Freiwilligen Feuerwehr Ecklak-Aebtissinwisch. Innerhalb der vergangenen neun Monate ist es nicht gelungen, Kandidaten für die Ämter des Wehrführers und seines Stellvertreters vorzuschlagen. Auf der Hauptversammlung konnten deshalb keine Nachfolger für Wehrführer Jan Eggers und den stellvertretenden Wehrführer Stefan Prüß gewählt werden, die beide ihre Ämter sechs Jahre lang bekleidet hatten.

Amtswehrführer Axel Erdmann sowie die Bürgermeister der beiden Trägergemeinden, Regina Kraft und Heino Evers, lasen den Aktiven ordentlich die Leviten und forderten sie auf, „ihren A… zusammenzukneifen“ (Regina Kraft) und endlich Vorschläge für die neue Wehrführung zu benennen. „Die Konsequenzen können sehr drastisch sein“, warnte Heino Evers. Die bisherige Wehrführung bleibe offiziell noch bis Ende März im Dienst und könne maximal noch weitere drei Monate kommissarisch ihre Ämter ausführen. Dann aber müssten Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Vorrang habe die Wahl einer neuen Wehrführung. Danach könnten zwei Nachfolger von der Gemeinde bestimmt werden. Im Raum stehe auch ein Anschluss an eine Nachbarwehr. In letzter Konsequenz drohten die Auflösung der traditionsreichen Freiwilligen Feuerwehr und die Gründung einer Pflichtfeuerwehr. Dazu könnten Einwohner bis zum Alter von 50 Jahren dienstverpflichtet werden. Feuerwehrdienst sei dann Pflicht und werde ähnlich wie bei der Bundeswehr letztendlich mit polizeilichem Einsatz umgesetzt. „So weit wollen wir es eigentlich nicht kommen lassen“, beruhigte Heino Evers, wollte aber allen Aktiven den Ernst der Lage deutlich machen.

Amtswehrführer Axel Erdmann sprach von einer „sehr unglücklichen Situation“. Wenn keine Lösung gefunden werde, müsste die gesamte Wehr als „nicht mehr einsatzfähig“ abgemeldet werden. Feuerwehrleute über 50 Jahren und sämtliche Ehrenmitglieder seien dann weg, die jüngeren könnten mit ihrer Einberufung zur Pflichtfeuerwehr rechnen. „Dieser Dienst muss auch bezahlt werden“, sprach Erdmann die auf die Gemeinde zukommenden Kosten an. „Sprecht uns an, damit wir helfen können“, richtete er eine eindringliche Bitte an die Aktiven der Feuerwehr.

Eingangs hatte Heino Evers anerkennend festgestellt, dass in den vergangenen Jahren gerade junge Menschen den Weg in die Feuerwehr gefunden hätten. Mit jetzt 25 Aktiven wird allerdings die vom Brandschutzgesetz geforderte Mindeststärke von 27 Brandschützern knapp verfehlt. Evers dankte den Aktiven für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Schließlich folgten trotz der ungewissen Zukunft noch Wahlen. Zum Gruppenführer wurde Kai Wittig gewählt, neues Mitglied im Festausschuss ist Meike Kock. Der Wehrführer beförderte Meike Kock zur Oberfeuerwehrfrau und Florian Kühn zum Oberfeuerwehrmann. Eggert Prüß wurde nach 51 Jahren Dienst zum Ehrenmitglied ernannt. Für Henry und Henning Plett sowie Kai Wittig gab es Mettwürste und Käselaibe als Belohnung, weil sie keinen Dienstabend versäumten.

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