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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 08:15 Uhr

St. Laurentii-Kirche : Begeisternde Trauermusik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Kantorei St. Laurentii mit vier Solisten sowie die Norddeutsche Sinfonietta präsentieren ein großes Konzert zum Totensonntag.

shz.de von
erstellt am 25.Nov.2014 | 17:00 Uhr

Itzehoe | Feierlich, andächtig und besinnlich – so präsentierten sich die Kantorei St. Laurentii mit vier Solisten sowie die Norddeutsche Sinfonietta mit einem Konzert zum Totensonntag in der St. Laurentii-Kirche.

Das Mozart-Requiem beeindruckte die meisten Zuschauer. Vieles ist unklar über die Entstehung des Stücks: Mozart erhielt in seinem Todesjahr 1791 im Namen eines anonymen Auftraggebers die Order, eine Totenmesse zu komponieren. Sicher ist, dass Mozart diese nicht selbst, sondern sein Schüler Franz Xaver Süßmayr im Auftrag von Constanze Mozart vollendete. Nichtsdestotrotz gilt sie noch heute nicht nur als eines der größten Werke Mozarts, sondern der gesamten Chorliteratur. Mozart schaffte es nicht nur, die musikalischen Stile seiner Zeit im Requiem zu vereinen. An vielen Stellen der Partitur blitzt auch schon die Romantik hervor.

Unter der Leitung von Kantorin Dörthe Landmesser gelang es der Kantorei St. Laurentii, der Norddeutschen Sinfonietta und den Solisten überzeugend, die unterschiedlichen Stimmungen der einzelnen Teile auszudrücken. So vermochten sie etwa im Rex tremendae sehr gekonnt den Unterschied zwischen rhythmisch und lyrisch geprägten Abschnitten darzustellen. Oder etwa im Lacrimosa – der Teil, an dem Mozart noch auf dem Totenbett arbeitete –, in dem die Musiker das Seufzende, Leidende deutlich herausarbeiteten. Auch das Solistenquartett Geraldine Zeller (Sopran), Geneviève Tschumi (Alt), Syjatoslav Martynchuk (Tenor) und Ronaldo Steiner (Bass) beeindruckte mit einem einheitlichen, wunderbaren Klang. Nicht zuletzt konnte im Domine Jesu die Norddeutsche Sinfonietta bei hohem Tempo ihre Virtuosität beweisen.

Im Gegensatz zum Mozart-Requiem ist die dreiteilige Trauermusik „Music for the Funeral of Queen Mary“ des englischen Komponisten Henry Purcell relativ unbekannt. Sie entstand anlässlich des Todes von Queen Mary II. von England im Jahr 1695. Geschrieben für eine Beerdigung, die wohl der von Lady Di 1997 glich, strahlt die Musik eine monumentale Schlichtheit aus, die schon Zeitgenossen in hohem Maße rührte.

Ein ähnliches Gefühl regte sich auch bei einem Großteil des Publikums an diesem Abend. Aber noch mehr: Die beiden einleitenden und abschließenden Märsche sowie die beiden als Zwischenmusik dienenden Canzonen – gespielt von einem Bläserquartett der Norddeutschen Sinfonietta – brachten mit ihrem klaren Ton und schönen, homogenen Klang Würde und Herrschaftlichkeit, Schlichtheit und Rührung zum Ausdruck. Gleiches gelang der Kantorei St. Laurentii, die mit den gesungenen Teilen, begleitet durch Orgel und Cello, in schönem klanglichen Gegensatz zu den Instrumentalteilen die Stimmung des Stückes verdeutlichte – und so zu einem gelungenen Abend beitrug.

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