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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 02:05 Uhr

Bedarf für U 3-Plätze ist fast gedeckt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jugendamt legt erste Ergebnisse einer Erhebung vor

shz.de von
erstellt am 17.Jan.2014 | 00:35 Uhr

Rund 3000 Eltern von U 3-Kindern haben im vergangenen Jahr Post von der Kreisverwaltung bekommen. Der Brief enthielt einen Fragebogen mit dessen Hilfe möglichst genau der Bedarf an Krippen- und Tagespflegeplätzen im Kreis Steinburg ermittelt werden sollte. Hintergrund der Aktion ist ein bundesweites Forschungs-projekt des Forschungsverbunds TU Dortmund und Deutsches Jugendinstitut, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

Erste Zwischenergebnisse zur Auswertung der Elternbefragung liegen nun vor. Die Rücklaufquote ist mit 44,6 Prozent gut (bundesweit variiert sie zwischen 24,2 und 59.3). Die Bedarfsquote zur Betreuung unter Dreijähriger beträgt im Kreis Steinburg im Durchschnitt 35,4 Prozent. Die tatsächliche Versorgungsquote liegt nach Berechnungen der Jugendhilfeplanung zurzeit bei 34,5 Prozent. „Aus den Kommunen im Kreis kam die Rückmeldung, dass allen Kindern zum 1. August 2013 ein bedarfsgerechtes Angebot gemacht werden konnte – mit Ausnahme weniger Einzelfälle“, erläutert Jugendhilfeplaner Stefan Rönnau vom Steinburger Jugendamt.

Auffallende Unterschiede der Bedarfe in Städten und Gemeinden gibt es nicht. Die Quote in Glückstadt liegt mit 35,9 Prozent etwa auf Kreisniveau. Itzehoe hat zwar die zweithöchste Bedarfsquote (39 Prozent), liegt aber noch unter dem Bedarf des Amtes Krempermarsch (42,3 Prozent). Der Betreuungsbedarf für unter Einjährige ist sehr gering, für Ein- bis Zweijährige wesentlich höher. „Grundsätzlich wird deutlich, dass der geäußerte Bedarf im Kreisdurchschnitt zwar weitgehend gedeckt ist, dass jedoch regionale Unterschiede bei den Bedarfsquoten zu betrachten sind“, stellt Rönnau fest.

Der überwiegende Teil der Eltern wünscht sich laut Umfrage eine Betreuung von bis zu 30 Wochenstunden: 78 Prozent der Eltern im Kreis Steinburg halten eine tägliche Betreuung von vier bis sechs Stunden für ausreichend, das heißt die Versorgung im Kreis Steinburg ist überwiegend bedarfsgerecht. Relativ gering ist mit fünf Prozent der Anteil der Eltern, die eine Betreuung von mehr als 40 Stunden pro Woche benötigen. Interessant sei, so Rönnau, die Wechselbeziehung von Betreuungswunsch und Bildungsabschluss: je höher der Bildungsabschluss, umso höher der Bedarf nach einer Betreuung des Kindes. Ein Großteil der Eltern ohne Schulabschluss betreuen ihre Kinder eher selbst als in einer Kindertagesstätte. Im Zusammenhang mit der Herausforderung durch den demografischen Wandel sollte allerdings über weitere attraktive Angebote für junge Familien nachgedacht werden.

Eine hohe Bedeutung hat dabei die Kindertagespflege als Alternative zur Kindertageseinrichtung, weil sie vor allem Kindern in den ersten Lebensjahren eine familiennahe Betreuung mit nur einer Bezugsperson bietet. Die Kindertagespflege ist ein sehr flexibles Betreuungsangebot, das sich den Bedürfnissen der Eltern weitestgehend anpasst. Auch wenn Eltern wechselnde Betreuungszeiten benötigen oder ihr Kind nicht täglich beziehungsweise regelmäßig in eine Betreuung geben, bietet sich eine flexible Kindertagespflege an. Über die Richtlinien des Kreises zur Förderung von Kindertageseinrichtungen werden Modellvorhaben zusätzlich gefördert.

„Vergleicht man die Zwischenergebnisse für Steinburg mit denen anderer Kommunen, die sich bundesweit an dem Forschungsprojekt beteiligen, stellt man fest, dass der Bedarf an U 3-Plätzen und der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten andernorts höher ist“, beschreibt Rönnau. „Dies kann durchaus auch als Tendenz für unseren Kreis interpretiert werden.“ Der Abschlussbericht wird voraussichtlich im Mai vorliegen.

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