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Norddeutsche Rundschau

22. August 2017 | 09:56 Uhr

Wirtschaft : Bebauungsplan sichert Steinbeis

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Stadt Glückstadt und Unternehmen finanzieren gemeinsam die Planung / Ausschuss diskutiert am 26. August

Die Papierfabrik ist ein alteingesessenes Unternehmen. Der Gründer Peter Temming baute einst 1894 auf dem heutigen Gelände, das damals noch zu Herzhorn gehörte. Das Areal wurde erst viel später Glückstadt zugeschlagen und somit eingemeindet. Das Unternehmen wurde immer größer, das Gelände wuchs zum Industriegebiet. Weil traditionell gewachsen, gab es bisher keinen Bebauungsplan für das Gebiet.

Aus baurechtlicher Sicht ist dies schwierig für das heutige Unternehmen Steinbeis – auch weil es immer wieder Probleme mit einem Anlieger gibt. Die Stadt hat ebenfalls ein Interesse, dass klare Verhältnisse herrschen. Deshalb haben Stadt und Steinbeis gemeinsam ein Bauleitverfahren auf den Weg gebracht und finanziert.

Die Pläne werden im Bauausschuss am 26. August vorgestellt. Das überplante Areal ist 70 Hektar groß: im Norden reicht es bis zum Rethövel am Binnenhafen, im Osten bis zur Stadtstraße, im Süden bis zum Neuland und im Westen bis zum Landesschutzdeich.

„Steinbeis hat in den vergangenen 15 Jahren rund 350 Millionen Euro in den Standort Glückstadt und eine komplett integrierte und ökologisch ausgerichtete Papierfabrik investiert“, erklärt Steinbeis-Geschäftsführer Dr. Michael Hunold das Interesse der Firma nach Rechtssicherheit. „Die Anlagen umfassen die modernste Altpapieraufbereitungsanlage in Europa, zwei Papiermaschinen, ein angeschlossenes Kraftwerk mit neuester Technik und Kraft-Wärme-Kopplung, eine vollbiologische Kläranlage und eigene Altpapier- und Reststoffsortieranlagen.“

Steinbeis besitzt neben den heute industriell genutzten Betriebsflächen weitere Flächen im Süden der Fabrik. „Diese sollen eine Fortentwicklung des Standortes heute und in der Zukunft ermöglichen.“ Ein wichtiger Faktor bei Investitionsentscheidungen ist die Sicherheit, dass es verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen gibt, erklärt Dr. Hunold. „Ein Bebauungsplan, der die Interessen von Industrie und Gewerbe und angrenzende Nutzungen regelt, gehört in diesem Kontext dazu. Daher wurde im 2009 ein städtebaulicher Vertrag zwischen Steinbeis und der Stadt geschlossen, um das Bauleitplanverfahren zu finanzieren.„Nach vielen Jahren intensiver Arbeit liegt jetzt ein Entwurf zur Beschlussfassung vor, der aus Sicht von Steinbeis die gesetzten Planungsziele hervorragend erfüllt.“

Die Stadt sieht die Bauleitplanung als Standortsicherung für Steinbeis – als Wirtschaftsförderung. Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch: „Wir haben in den vergangenen Jahren viele Arbeitsplätze in Glückstadt verloren. Deshalb liegt uns die Sicherung der Arbeitsplätze bei Steinbeis am Herzen.“

Ein anderer Aspekt aus Sicht der Stadt: „Wir wollen den Bereich Binnenhafen attraktiver gestalten, damit sich dieser weiter entwickeln kann.“ Baurechtlich besteht zurzeit am Rethövel eine Gemengelage. Das heißt, dort hat sich über viele Jahre Gewerbe entwickelt, aber auch Wohnbebauung. „Dort kommt es immer wieder zu rechtlichen Auseinandersetzungen.“

 

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erstellt am 21.Aug.2014 | 05:00 Uhr

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