Beauftragter für Netzwerk

Knud Jüstel
Knud Jüstel

Knud Jüstel koordiniert Flüchtlingshilfe in Wilstermarsch

shz.de von
29. Mai 2015, 16:22 Uhr

Viele wollen den auch in der Wilstermarsch angekommenen Flüchtlingen helfen. Was bislang fehlte, waren ein Netzwerk und ein fester Ansprechpartner. Diese Aufgabe übernimmt jetzt Knud Jüstel. Der Wilsteraner wurde vom Amtsausschuss zum ehrenamtlichen Flüchtlingsbeauftragten bestellt. Amtsvorsteher Helmut Sievers überreichte ihm ganz offiziell die Ernennungsurkunde. Ab Montag ist der 67-Jährige in Amt und Würden.

Bislang, so räumt Jüstel ein, habe er mit der Flüchtlingsarbeit noch keine praktischen Erfahrungen sammeln können. Auch er hatte das Thema nur in den Medien vcrfolgt. Als er von dem Aufruf aus dem Amtsausschuss hörte, stand für ihn schnell fest: „Da muss man helfen und seinen Beitrag leisten.“

Knud Jüstel bringt den Vorteil guter Vernetzung in Wilster und Umgebung mit. Lange Jahre engagierte er sich im Vorstand von Alemannia und im Tennisverein. Seit mehr als 30 Jahren lebt er in Wilster. Seine berufliche Laufbahn hatte er mit einer Verpflichtung für acht Jahre bei den Marinefliegern eingeschlagen. Knud Jüstel (verheiratet, ein Sohn) absolvierte ein Maschinenbau-Studium und war dann bis zum Eintritt in die Rente bei einem metallverarbeitenden Betrieb in Itzehoe für die Qualitätssicherung verantwortlich.

Der neue Flüchtlingsbeauftragte weiß, dass sich schon jetzt viele Menschen auf diesem Gebiet ehrenamtlich engagieren. Sie alle will er unter einen Hut bringen und bei Bedarf Hilfestellung leisten. Eine wesentliche Aufgabe sieht er darin, die bislang in Wilster, Wewelsfleth und Dammfleth untergebrachten Menschen aus Krisengebieten (aktuell sind es 63) möglichst gut in die Gesellschaft zu integrieren. Jüstel will daher auch Vereine und Institutionen ansprechen und als Unterstützer gewinnen. Neben der engen Zusammenarbeit mit vielen Helfern will Jüstel aber auch bei den Flüchtlingen selbst in Erfahrung bringen, welche Neigungen und Fähigkeiten sie haben. „Man muss halt aktiv werden“, sagt er, wohl wissend, dass sich viele Probleme nicht von alleine lösen. Die Förderung sozialer Kontakte und die Vermittlung von Freizeitangeboten stehen unter anderem in seinem Aufgabenkatalog. Hauptaufgabe bleibe aber die Schaffung eines Netzwerks. „Und da hängt auch viel von den Mitbürgern ab.“ Jüstel hofft auf große Unterstützung in der Bevölkerung. Honoriert wird das neue Ehrenamt übrigens mit einer vergleichsweise bescheidenen Aufwandsentschädigung von monatlich 150 Euro. Reisekosten gibt es bei Bedarf extra.

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