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Musikalische Wilstermarsch : Beatboxer suchen Ruhe in der Marsch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Band Razzz aus Berlin übt in St. Margarathen für ihr neues Musical.

Beatbox ist die extreme Form von A cappella, wird generell nur mit der eigenen Stimme, mit Mund, Lippen und Zunge gemacht und ist ein noch junges Musikgenre, das sich durch das Internet aber sehr rasant entwickelt. Die Gruppe „Razzz“ aus Berlin mischt dabei ganz vorn mit und hatte gerade einen begeisternden Auftritt im Elbeforum Brunsbüttel. Bis gestern feilten sie dann an ihrem „Razzz“-Musical in der Kunstwerkstatt in der St. Margarethener Herzorgstraße.

Johannes Welz (29), Raphael Schall (31), Kays Elbeyli (30) und Philippe Zeidler (34) sind schon ihr halbes Leben Beatboxer. Durch einen Jugendclub in Berlin Köpenick sind sie zum Hiphop gekommen, ein DJ erkannte das Potenzial von Elbeyli und Schall und förderte die beiden. Zeidler ist ebenfalls über den Hiphop zum Beatboxen gekommen, hat einiges ausprobiert und ist durch Clubs getingelt. „Man lernt das und dann macht man‘s, oder man macht einfach so mal Geräusche, ahmt etwas nach, versucht weiter und dann ist man drin“, erklären die Musiker. „Wenn man so einen Mentor hat wie wir ihn hatten, ist das natürlich ein Glücksfall“, sagt Kays Elbeyli. DJ Masia sorgte für kleine Auftrittsmöglichkeiten, glaubte an die beiden und gab ihnen Selbstvertrauen. „Das geben wir heute bei Workshops an Jugendliche weiter.“

Vor fünf Jahren trafen die vier Männer bei einem Casting für ein Beatboxical zusammen, seitdem machen sie zusammen Musik. „Das Beatbox-Musical ist neu und soll alle Geräusche, die Beatbox ausmacht, auf die Bühne bringen“, erklärt Manager Karl-Heinz Haase. Die Musiker stellen vier verschiedene Charaktere in Berlin dar, die als überzeichnete Comicfiguren auf der Bühne agieren. Sie touren mit dem Beatboxical durch die Nation, sind am 10. Oktober in Hamburg, einen Tag später mit der interaktiven Kids-Version in Buxtehude zu sehen.

„Die Jugendkultur ist in den 80ern gewachsen, und da hat eine Großstadt viele Vorteile“, sagt Haase. „Razzz“ hat dabei ihren ganz eigenen Stil entwickelt. „Das ist eine Mischung aus Akrobatik und Musik, die Magie transportiert“, versucht Philippe Zeidler zu beschreiben, was auf der Bühne passiert. Sie stehen nicht still, die springen und hüpfen, fallen wie Puppen in sich zusammen und agieren beim Beatboxen. Sie haben Kontakt zum Publikum, und auch wenn die Show durchgeprobt ist, halten sie Augenkontakt zueinander, um auch schnell zu improvisieren. „Die Nummern werden immer ausgefeilter, wir üben klare Sets ein, lassen aber Raum für Spontanes.“

Nachdem bisher Hamburg ihre nördlichste Station war, konnten sie am Wochenende in Brunsbüttel ihr Können zeigen. Von dort ging es direkt nach St. Margarethen, um ihre Skills (Fähigkeiten) auszubauen, um sich für Battles (Wettbewerbe) zu rüsten. Das ging in der Ruhe der Kunstwerkstatt bestens. „Wir als Großstädter leben in einer Reizüberflutung, das ist das hier genau das Richtige.“

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