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Wirtschaft : Bayer-Werk in Brunsbüttel: Arbeitsplätze gesichert

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beschäftigungspakt bis 2020. Die Vereinbarung sichert gleichzeitig den Standort von BayerMaterial Science in Brunsbüttel – ungeachtet des geplanten Börsengangs.

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erstellt am 20.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Nun ist es amtlich: Ungeachtet der geplanten Abtrennung von BayerMateriel Science (BMS) aus dem Bayer-Konzern müssen sich die rund 600 Beschäftigten des Werkes in Brunsbüttel zunächst keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen. Gestern verkündeten Gesamtbetriebsrat und Konzernleitung den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2020.

„Es ist uns gelungen, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen nach 2015 um weitere fünf Jahre bis 2020 zu verlängern – so lange wie bei keiner Beschäftigungssicherung seit 1997“, erklärt Thomas de Win, Vorsitzender des Bayer-Gesamtbetriebsrats. „Damit und mit den übrigen Regelungen der Vereinbarung haben wir die Beschäftigung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen des heutigen Bayer-Konzerns langfristig abgesichert und schaffen zudem gute Startbedingungen und Zukunftsperspektiven für die deutschen Standorte.“

Über die Absicht, den bestehenden Beschäftigungspakt fortzusetzen, wurden die Mitarbeiter in Brunsbüttel bereits am 19. September in einer Betriebsversammlung informiert. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass sich der Konzern von seiner Kunststoffsparte trennen und diese als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen will.

Der Zeitpunkt, so der Betriebsratsvorsitzende Marc Stothfang gestern, sei durchaus überraschend gewesen. Denn noch im Frühjahr habe es andere Signale gegeben. Ohnehin sei dieser Schritt in der Vergangenheit immer wieder mal kurz thematisiert worden – stets ohne weitere Folgen für das Unternehmen. Er äußert sich gegenüber unserer Zeitung zufrieden mit der Gesamtbetriebsvereinbarung: „Wir haben da jetzt etwas, das belastbar ist.“ Viele kleine Dinge, die im September noch gar kein Thema waren, seien nun mit festgezurrt worden.

Besonders wichtig ist ihm, die lange Laufzeit des Beschäftigungspakts. Stothfang gegenüber unserer Zeitung: „Wir schließen für sechs Jahre betriebsbedingte Kündigungen aus.“ Nicht angetastet werden sollen auch die Altersversorgung und die Tarifstruktur. Vor allem, dies gelte auch für die neue Firma, die aus BMS nach dem beabsichtigten Börsengang entsteht. Sogar der Wechsel zwischen einzelnen Konzernteilen soll auch nach der Loslösung von BMS möglich sein.

Ein für Brunsbüttel wichtiges Signal ist ebenfalls Teil der Betriebsvereinbarung: die Zusage des Konzernvorstands, die bestehenden Unternehmensstandorte sowohl von Bayer als auch von MaterialScience in Deutschland abzusichern sowie die Forschung und Entwicklung am Standort zu stärken. Die Unternehmensführung verpflichtet sich im Zusammenhang mit dem Börsengang, keine Standorte zu schließen. Schon beim Tag der offenen Tür im Brunsbütteler Werk im September erklärte Standortleiter Dr. Klaus Gebauer, dass die Abtrennung sogar Chancen berge für den viertgrößten Polyurethan-Produzenten in Europa: „MaterialScience kann sich mit eigenen Entscheidungen als Betrieb entwickeln.“
 

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