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Vernissage : Baupläne statt Jacken im Schaufenster

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Kreis im Carree“ zeigt Michael Mattern im Stör-Carree – und kombiniert seine Werke mit Produkten der heimischen Wirtschaft.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Ungewöhniche Offerten gibt es derzeit in der Itzehoer Einkaufswelt: BH 19,95. Slip 9,95. Kette 24,99 – und „Strukturen VII“ für 8400 Euro. Ohne Rahmen. Modehändler Sven Haltermann ließ rechtzeitig zum verkaufsoffenen Sonntag die Auslagen seiner Schaufenster im Stör-Carree austauschen: „Jacken gegen Motorenbaupläne, Hosen gegen Platinen, Röcke gegen Druckwalzen.“ Er konnte „der Idee Michael Matterns nicht widerstehen“, gestand Haltermann gestern Mittag vor großem Publikum zur Eröffnung der Mattern-Ausstellung „Kreis im Carree“: „Seine Bilder sind eine Wucht.“

Laudator Bernd Roloff benutzte dafür das Wort „Wallpower“. Matterns Bilder entwickeln an einer Wand eine ihnen ganz eigene Kraft und Präsenz. Roloff schätzt diese Energie in Matterns Kunst. Der Rechtsanwalt und Kaufmann aus Hamburg sammelt dessen Bilder und gab dem Vernissage-Publikum den Rat: „Wenn Sie ein Bild passend zur Couch haben wollen, sind Sie bei Mattern vermutlich nicht ganz richtig.“ Aus seinen Bildern spreche „außerordentlich viel Technik“, und damit seien sie „zweifellos aktuell und modern“. Und passen somit perfekt in ein Modehaus.

Die „Idee Matterns“ weise allerdings über seine 40 Bilder, Skulpturen und Installationen weit hinaus, sagte Haltermann. Sie knüpfe an „an das neue Wir-Gefühl in Itzehoe und der Region“. Denn Mattern lädt mittels seines Kunstgriffs ein, „Leistungsstärke und Kreativität unserer Heimat aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten“.

Seine als „Neo-Konstruktivismus“ bekannte Bilderwelt tut dies bereits mit der den Menschen umgebenden Technik. Jetzt kombiniert Mattern sie erstmals mit entsprechenden Vorbildern, Produkten und Exponaten der heimischen Wirtschaft. Die war schwer begeistert und unterstützte das gemeinsame Vorhaben, die Ressourcen des Kreises Steinburg im Carree kunstsinnig zu bündeln.

Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen assoziierte Kreis mit „Harmonie“ und freute sich über ein „harmonisches Miteinander von Kunst und Wirtschaft“. Professor Dr. Ralf Thiericke vom IZET sah „Kreis“ eher als „Vertrauen in Netzwerke“ und hoffte, „dass wir Akzente setzen auch in der Metropolregion. dass sie kommen und Itzehoe bevölkern“. Und mit einem Lob für Haltermanns Engagement auch bei „Störauf“ mahnte er, auf die Rückseite des „Stör-Carrees“ verweisend: „Noch ist der Kreis nicht komplett. Für mich hat es große Bedeutung, diesen Kreis zu schließen.“

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