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In Rethwisch : Bauernhof brennt ab – Kühe überleben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Familie war im Urlaub / Schadenshöhe noch unklar / Die Kripo ermittelt die Brandursache

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2015 | 04:51 Uhr

Bizarr ragen die schweren, verkohlten Balken aus den Trümmern des Gebäudes heraus. Feuerwehrleute haben sich mit der Drehleiter im Rettungskorb nach oben fahren lassen. Von oben sehen sie sich an, was von dem Bauernhof in der Dorfstraße übrig geblieben ist. Der Hof ist gestern Nacht gegen 1.15 Uhr ein Opfer der Flammen geworden. Stunden später am Vormittag ist das Wohn- und Wirtschaftshaus nur noch ein „Totalschaden“ – so die kurze und knappe Aussage des Kripobeamten Uwe Weinkauf.

Die gute Nachricht: Kein Mensch ist zu Schaden gekommen, denn die Hauseigentümer waren im Urlaub, haben sich aber gestern gleich auf den Heimweg begeben. Auch alle Tiere wurden nachts vor dem Großfeuer gerettet. Über die Brandursache konnten Weinkauf und seine Kollegen gestern noch keine Auskünfte geben. „Wir müssen erst einen Bagger holen, um die sehr massiven alten Balken beiseite zu räumen“, erklärte Weinkauf. „So können wir nicht in das Gebäude, es ist einsturzgefährdet.“

Christian Voß, Einsatzleiter der Feuerwehr, war im ständigen Kontakt mit dem Kripobeamten. Die Arbeit war für ihn und für seine verbliebenen Feuerwehrleute gestern auch am Vormittag noch nicht beendet, aber das Schlimmste hatten sie hinter sich. Zu dem Zeitpunkt gab es für die Feuerwehrleute nur noch Nachlöscharbeiten. Um 1.15 Uhr wurden Voß und weitere Feuerwehrleute alarmiert. Als sie eintrafen, brannte das Haus bereits lichterloh. Hilfe bekamen die Rethwischer Feuerwehrleute von den Kollegen aus Lägerdorf, Hohenfelde, Dägeling, Itzehoe, von der technischen Einsatzleitung des Kreisfeuerwehrverbandes Steinburg und dem Löschzug-Gefahrengut. Auch Polizei und Rettungsdienst waren gekommen. „85 Feuerwehrleute waren im Einsatz“, erklärte Voß. „Wir haben erfolgreich gelöscht, denn wir haben die umliegenden Gebäude geschützt. Der landwirtschaftliche Betrieb kann weiterlaufen, auch wenn vom Wohnhaus nicht mehr viel heil ist.“

Erstaunlich ruhig verhielten sich vormittags die 77 Kühe in dem Stall, der gegenüber vom abgebrannten Hof steht. „Sie sind alle gesund“, sagte der Betriebshelfer, der sich um die Tiere kümmert. Ruhig waren sie auch, weil sie gerade gemolken wurden – zu einer für die Kühe ungewöhnlichen Zeit gegen 10.30 Uhr. „Wir hatten kein Strom“, erklärte der Betriebshelfer die Zeitverzögerung. „Der Strom kam sonst aus dem Haus.“ Das Problem wurde gelöst, die Feuerwehr half mit einem Notstromaggregat aus. Im abgebrannten Gebäude selbst waren keine Tiere. Dort sind nur im Winter welche untergebracht.

Viele Stunden war die Landstraße 116 von Lägerdorf kommend bis Autobahnauffahrt Hohenfelde gesperrt. Denn bei dem Brand sind Eternitplatten auf dem Dach so heiß geworden, dass sie in kleine Stücke zerbarsten und auch auf die Straße flogen. Diese konnten erst von Mitarbeitern der Straßenmeisterei entfernt werden, als die Feuerwehrleute abrückten.

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