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Landwirtschaft : Bauern sagen, wo der Schuh drückt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Abordnungen von den Grünen und der FDP besuchten landwirtschaftliche Betriebe im Kreis Steinburg. Die Liberalen waren auf dem Hof von Gerd Vock in Itzehoe zu Gast, die Grünen besuchten den Hof von Rolf Schuldt in Süderau.

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erstellt am 26.Aug.2013 | 16:06 Uhr

Nach dem sich bereits Vertreter von CDU und SPD über die Situation in der Landwirtschaft informiert hatten (wir berichteten) statteten im Zuge einer Besuchsreihe vor der Bundestagswahl nun Abordnungen von Grünen und FDP landwirtschaftlichen Betrieben Besuche ab. Der Steinburger Bauernverband wollte den Parteienvertretern so Gelegenheit geben, sich die Sorgen und Nöte von Bauern anzuhören und sich vor Ort ein Bild zu machen.

Die Freien Demokraten mit ihrem Bundestagskandidaten Wolfgang Kubicki, dem Landtagsabgeordneten Oliver Kumbartzky und dem Kreisvorsitzenden Willi Göttsche waren auf dem Hof von Gerd Vock in Itzehoe zu Gast. Der Landwirt bewirtschaftet einen 130-Hektar-Hof mit 130 Milchkühen. Gleich bei der Begrüßung machte Vock auf ein Problem aufmerksam. Seine mehr als 60 Hektar großen Pachtflächen liegen zum Teil bis zu sechs Kilometer vom Hof entfernt. Teilweise muss er durch das Stadtgebiet fahren, um sie zu erreichen. Zudem seien weitere Zupachtungen in den vergangenen Jahren schon unbezahlbar geworden. Vock berichtete von häufigen Besuchen von Schulklassen und Kindergärten auf seinem Hof. Gleichzeitig gebe es aber immer wieder auch Konflikte mit der Wohnbevölkerung in der Nachbarschaft. Tierschutz, Flächenverbrauch, Baurecht und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Landwirte in der Europäischen Union waren weitere Themen, die angeschnitten wurden. Seinen Besuchern schilderte Vock aber auch seine Not mit schleswig-holsteinischen Gesetzesvorhaben zur Dauergründlanderhaltung, zum Knickschutz und immer mehr Vorschriften und Kontrollen zu Neubau und Sanierung von Silolagerplatten.

Wie bei den Liberalen hatten auch die Grünen ihre Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl mitgebracht. Neben Elka von Kalben besuchten Thorsten Berndt und Bernd Voß den Hof von Rolf Schuldt in Süderau. Wie die Vertreter des Steinburger Bauernverbandes anerkennend feststellten, zeigte sich die Politikerin beeindruckt von der Schweinehaltung auf dem Hof. Für Diskussionsstoff hatte ein Wahlplakat der Grünen mit der Forderung „Bauernhöfe statt Massentierhaltung“ gesorgt. Alle, so hieß es anschließend, seien sich einig gewesen, dass das Bild von der Massentierhaltung auf den Hof Schuldt nicht zutreffer. Bernd Voß führte als Negativbeispiele Bauanträge aus Nordfriesland (7000er Sauen-Anlage) und Pinneberg (Stall für 3000 Rinder) an.

Ein weiteres Thema war die Lagerung und die sachgerechte Ausbringung von Gülle. Der Bauernverband betonte, dass die Boden- und Witterungsverhältnisse im Winterhalbjahr flexibler gehandhabt werden müssten. Auch müsse der Bau von Güllebehältern im Außenbereich auch von nichttierhaltenden Betrieben möglich sein. Diskutiert wurde auch über die Saumstreifen an den Knicks. Elka von Kalben sah zwar den Konflikt zwischen der Landwirtschaft und den Belangen des Naturschutzes. In der jetzigen Lösung sieht sie aber einen gelungenen Kompromiss.

Nach beiden Besuchen, bei denen der Bauernverband jeweils mit zahlreichen Vertretern unter Führung seines Vorsitzenden Peter Lüschow präsent war, versicherten alle Beteiligten, dass man im Gespräch bleiben wolle.

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