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Bezirksversammlung : Bauern loben das gute Miteinander

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gemeinsame Suche nach Lösungen gegen den landwirtschaftlichen Schwerlastverkehr in Wilster geht weiter.

Das Thema des landwirtschaftlichen Schwerlastverkehrs durch Wilster und dabei insbesondere durch die enge Rathausstraße griff jetzt der Vorsitzende des Bezirksbauernverbandes Wilstermarsch, Nico Hellerich, auf einer Informationsveranstaltung im Landgasthaus „Zum Dückerstieg“ auf. Er verwahrte sich zunächst dagegen, die Landwirte insgesamt an den Pranger zu stellen. Auch ihnen gefalle es nicht, mit ihren Fahrzeugen durch die Stadt fahren zu müssen.

Die Wut über die Contra-Haltung von Anwohnern habe sich aber nach ersten Gesprächen mit den Kritikern unter Führung der SPD-Ratsfrau Natascha Böhnisch in ein Miteinander gewandelt. „Beide Seiten arbeiten daran, eine Lösung zu finden“, sagte Hellerich. Er bedauerte aber, dass es nach einem Gespräch mit dem Kieler Staatssekretär Dr. Frank Nägele aus dem Verkehrsministerium keine Freigabe der Umgehungsstraße Wilster im Zuge der B5 geben werde. „Wir sind weiter auf der Suche nach einer Lösung“, bestätigte der Bezirksvorsitzende.

Zu der Zusammenkunft im „Dückerstieg“ konnte er auch den Kreisvorsitzenden des Bauernverbands, Peter Lüschow, zugleich Vizepräsident des Schleswig-Holsteinischen Bauernverbands, sowie Kreisgeschäftsführer Peter Mau-Hansen begrüßen. Referent des Abends war Sönke Hauschild vom Landesbauernverband, der aktuell das Thema „Tierwohl – was fordert die Gesellschaft und was tun wir?“ gewählt hatte. Hauschild befürwortete zwar mehr Tierschutz, fügte aber hinzu: „Wir wollen aber auch überleben!“ Er verurteilte diffamierende und vielfach falsche Aussagen der zum Teil aggressiven Tierschützer in einem Ausmaß, wie man es bisher nie gekannt habe. Vegetarier und Veganer scheuten sich beispielsweise nicht, schon ihre Kinder von klein auf mit Bilderbüchern wie „Warum wir keine Tiere essen“ zu „impfen“ und Aussagen wie „Fleisch ist immer Mord!“ auf Plakaten zu verbreiten. Hauschild unterschied zwischen Tierschützern und Tierrechtlern – die einen wollten die Tierhaltung verbessern und die anderen diese ganz abschaffen.

Der Referent forderte die Landwirte auf, offen mit dem Thema umzugehen und echte Tierhaltung öffentlich darzustellen. „Wir müssen Gesicht zeigen, damit Vertrauen aufgebaut wird“, sagte Sönke Hauschild. „Wir müssen kommunizieren und auf die Leute zugehen.“ Es sei an der Zeit, aufzuklären und sich auch einmal zur Wehr zu setzen.

Ein Beispiel sei die Initiative Tierwohl in Zusammenarbeit mit großen Lebensmittel-Einzelhändlern von Aldi über Edeka, Netto und anderen bis hin zu Rewe und Tengelmann. Dort würden bei jedem Kilogramm Fleisch, das über die Ladentheke gehe, vier Cent an einen Fonds abgeführt, der einen jährlichen Tierwohl-Zuschuss für tierschutzgerechte Betriebe überweise. Dieser Fonds verfüge derzeit über ein Kapital von 65 Millionen Euro.

Peter Lüschow kündigte harte Maßnahmen gegen „schwarze Schafe“ an, die den Bauernstand herunter zögen. „Von ihnen muss man sich distanzieren und auch nicht den Ausschluss aus dem Verband scheuen“, betonte der Landes-Vizepräsident.

Nach einer Kritik an Landesminister Robert Habeck (45) sprach sich Lüschow für deutliche Worte aus, wenn der Minister am 12. Februar als Redner des Kreisbauerntages im Colosseum Wilster erwartet werde. Dabei werde man aber sachlich bleiben, um weiterhin im Gespräch bleiben zu können. Sönke Hauschild kritisierte: Es sei nicht vertretbar, dass Robert Habeck einerseits auf der Regierungsbank in Kiel sitze und andererseits in einer Art außerparlamentarischer Opposition in Berlin gegen seinen Koalitionspartner massiv Front mache.

Abschließend informierte Kreisgeschäftsführer Peter Mau-Hansen die Landwirte mit aktuellen fachlichen Themen, über neue Gesetze und weitere bürokratische Auflagen für jeden einzelnen Betrieb.

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