Itzehoe : Bange Minuten in großer Höhe

Unglücksursache: Die eingebrochene Stütze wird gesichert.
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Unglücksursache: Die eingebrochene Stütze wird gesichert.

Kran bricht ein und kippt auf Haus: Zwei Männer von der Feuerwehr gerettet

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21. Dezember 2012, 06:48 Uhr

itzehoe | Dramatische Minuten gestern Mittag am früheren Hertie-Parkplatz: Ein Kran war gekippt, zwei Männer saßen in einem Korb in einer Höhe von 18 Metern fest. Sie klammerten sich an ein Gitter, bis die Feuerwehr sie über die Drehleiter aus ihrer gefährlichen Lage holte.

Dachdecker Martin Stendorf (21) und ein 19-jähriger Lehrling von der Agethorster Zimmerei Hellmann sollten eine Lichtkuppel und eine Fassadenplatte austauschen an dem Gebäude Breite Straße 36, das Martin Dethlefsen aus Kellinghusen sanieren lässt. Heino Volkmann beförderte sie per Kran in die Höhe - doch plötzlich brach eines der Standbeine durch den Asphalt. Das Loch war 40 Zentimeter tief, wie die Feuerwehr später feststellte. Das habe er in 14 Jahren noch nicht erlebt, sagte Volkmann.

Der Kran kippte, und in der Höhe war der Effekt enorm: "Wir waren mitten in den Montagearbeiten der neuen Platte, als wir auf einmal zwei Meter nach unten gerauscht sind", schilderte Stendorf. Zum Glück nicht weiter, denn der Arm des Kranes schlug auf der Hausecke auf, die das Kippen stoppte. Doch die Lage war alles andere als stabil. Sofort griffen die Handwerker zum Gitter vor einem Fenster, Kollegen spannten Gurte und Seile.

Alle hätten besonnen reagiert, sagte der stellvertretende Wehrführer Achim Netzow. Die Angst sei erst gekommen, als sie nur noch warten konnten, so Stendorf. Und dann ging sein Pieper los: Der 21-Jährige ist selbst Feuerwehrmann. Der eigene Melder zur eigenen Rettung, "das war das mieseste Gefühl, das man haben konnte".

Um 11.56 Uhr kam der Alarm, kurz darauf war die Drehleiter in Position. Doch es brauchte einige Überlegung, wie die Männer umsteigen sollten. Schließlich konnte Firmenchef Dirk Hellmann sie am Boden erleichtert in Empfang nehmen. Da waren gerade auch die Höhenretter der Feuerwehr eingetroffen, die aus Glückstadt und Breitenburg eine weitere Anreise hatten. Sie würden in solchen Fällen immer geholt, sagte Einsatzleiter Netzow. "Es kann ja immer etwas schief gehen."

Zum Glück nicht. "Weihnachten und Geburtstag an einem Tag", hieß es aus den Reihen des Rettungsdienstes. Erleichterung auch bei Dethlefsen: "Das Wichtigste ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist." Dachdecker sei einer der Beruf mit dem größten Gefährdungspotenzial, sagte Stendorf. "Irgendeiner hat da doch ein bisschen über uns gewacht."

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