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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 12:05 Uhr

Bambusräder an der Koogstraße

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Marktlücke in der Schleusenstadt gefunden: Jungunternehmer eröffnen Laden mit Werkstatt für Drahtesel

von
erstellt am 11.Feb.2016 | 10:39 Uhr

Unter dem Namen „Küstenrad Koogstraße“ eröffnet in zwei Wochen ein neues Fahrradgeschäft in der Schleusenstadt. Doch der Laden samt angeschlossener Werkstatt für Drahtesel ist mehr als ein gewöhnliches Fahrradgeschäft. Denn es ist nach dem Unternehmenssitz in Kiel die zweite eigene Verkaufsstätte von Maximilian Schay und Jonas Stolzke. Seit drei Jahren bringen die beiden Wirtschaftsstudenten Bambusfahrräder der Marke „My Boo“ in den Handel. Und dies bereits mit internationalem Erfolg: In 80 Läden von Österreich bis Dänemark vertreiben sie die zum großen Teil in Ghana gefertigten Fahrräder. Über das junge Unternehmen des Dithmarschers Schay und des Hannoveraners Stolzke haben Fernsehsender berichtet und auch renommierte Wirtschaftsblätter. Denn hinter My Boo steckt nicht nur eine ungewöhnliche Firmenidee, sondern auch ein soziales Projekt, das Kindern ermöglicht, eine Schule zu besuchen und Jugendlichen Arbeit zu finden – in Afrika noch immer keine Selbstverständlichkeit.

„Drei Jahre Arbeit tragen Früchte“, sagt Maximilian Schay. My Boo beschäftigt inzwischen acht Mitarbeiter, davon vier in den Werkstätten. In Ghana sind bereits 15 junge Menschen über die Rahmenproduktion für die Fahrräder in Lohn und Brot gebracht worden.

Dass die Jungunternehmer nun in Brunsbüttel das zweite eigene Geschäft eröffnen, zeigt den Unternehmergeist des Duos. In der Schleusenstadt wird seit langem ein entsprechendes Geschäft vermisst. Vor allem auch eine Werkstatt für Drahtesel – und dies nicht zuletzt mit Blick auf die Cuxhavenfähre, die auch radelnde Besucher nach Brunsbüttel bringt. Das Gebäude an der Koogstraße/Ecke Eddelaker Straße sei „mit Abstand der schönste Leerstand“ gewesen, sagt Schay. 150 Quadratmeter ist der Laden groß, der am 27. Februar um 10 Uhr eröffnet wird. Dort wird es unterschiedliche Drahtesel geben, E-Bikes und eben auch die Bambus-Fahrräder. Davon gibt es inzwischen eine ganze Reihe Modelle, die Komponenten von Markenherstellern sind individuell verfügbar. Ein My Boo, was umgangssprachlich so viel wie „mein Liebling“ bedeutet, hat seinen Preis. Aber, betont Jonas Stolzke, ein Teil davon fließe auch in das Yonso-Projekt. „Wir merken, dass das Thema in Deutschland ankommt“, sagt Schay.

Neben Handel und Reparatur überlegen die beiden Studenten, die „nebenher“ an ihren Abschlüssen feilen, auch, gemeinsam mit einem Partner einen Fahrradverleih an der Cuxhavenfähre einzurichten. Nicht ausschließen wollen die beiden Unternehmer, dass es unter dem Dach von „Küstenrad“ weitere Geschäfte im Norden geben könnte. Der Name jedenfalls lässt sich um beliebige Orte ergänzen.

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