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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 22:36 Uhr

Bald gibt es keine Schülerlotsen mehr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Präventionsarbeit der Polizei ruht: Schülerlotsen-Prüfungen können vorerst nicht abgenommen werden

Stefanie Wasmundt ist immer gerne an die Glückstädter Schulen gekommen, um Schülerlotsen mit auszubilden. Doch damit ist jetzt vorerst Schluss. Die Abteilung für Präventationsarbeit „ruht“, sagt Hans-Werner Heise, der die Abteilung in Itzehoe leitet. Seine vier Mitarbeiter, darunter Stefanie Wasmundt, müssen sich um andere Aufgaben kümmern. Sie werden im normalen Einsatz gebraucht. „Es ist eine hektische Zeit“, sagt Heise. In ganz Schleswig-Holstein sei die Polizei personell am Limit, klagt auch die Gewerkschaft der Polizei (wir berichteten).

Heise selbst wickelt in seiner Abteilung Aufgaben ab, wird aber auch Ansprechpartner für Präventionsarbeit bleiben. Die Lehrer, die Schülerlotsen an ihren Schulen unterrichten, haben eine Mail von Heise bekommen mit Unterlagen. Anhand dieser können sie die Aufgaben übernehmen, die bisher die Polizeibeamten hatten. Dies gilt unter anderem für das Thema Radfahren, aber eben auch für angehende Schülerlotsen. Allerdings kann die Polizei in absehbarer Zeit keine Prüfungen mehr abnehmen.

Und Stefanie Wasmundt zeigt die Konsequenzen auf: „Die Polizei muss die Prüfungen abnehmen, nur dann sind die Lotsen über die Kreisverkehrswacht versichert.“ Die Alternativen werden sein, dass Eltern oder Lehrer als Lotsen eingesetzt werden müssen.

Die zunächst letzte Station im Kreis Steinburg in Sachen Schülerlotsen war für Stefanie Wasmundt jetzt das Detlefsengymnasium, wo gleich knapp 70 Schüler die Ausbildung absolvierten. Im Kreis werden von der Präventionsstelle zurzeit auch keine Elternlotsen mehr ausgebildet werden, es gibt keine Aktionen zur Verkehrssicherheit mehr, wie Verkehrsspaziergänge mit Erstklässlern, Fahrradprüfungen mit Viertklässlern und auch Präventionsveranstaltungen zum Thema Medienkompetenz an den weiterführenden Schulen. Auch die Mofaprüfung gibt es nicht mehr. Ob all diese Lehrkräfte oder andere übernehmen können, ist unklar.

Vor diesem Hintergrund ist das Gymnasium mit den fast 70 neuen Schülerlotsen aus dem siebten Jahrgang zumindest für die nächste Zeit gut aufgestellt. „Die Jungen und Mädchen waren auch sehr interessiert und zum größten Teil sehr lernbereit und haben eine Menge über die Sicherheit im Straßenverkehr, zu der sie ja nun auch beitragen werden, aus der Ausbildung mitgenommen“, freute sich Stefanie Wasmundt, als sie die Prüfung abnahm. Gemeinsam mit dem Verkehrsbeauftragten der Schule, Dirk Hamann, verpflichtete sie die neuen Schülerlotsen und gab die Lotsenausweise aus.

Für Dirk Hamann ist klar, dass an der Schule weiterhin Schülerlotsen ausgebildet werden. Unklar sei nur, wer dann die Prüfung abnimmt. Er hofft, dass dies eventuell ein pensionierter Polizeibeamter oder ein Lehrer übernehmen kann. „Wir werden sehen, wie wir das organisieren. Bis zum nächsten Lehrgang im Herbst 2016 ist ja noch genug Zeit. Eventuell entspannt sich die Situation bei der Polizei bis dahin ja auch wieder.“

Nicht nur die Kinder sind von der Einstellung der Präventionsarbeit von betroffen, sondern auch Senioren. Auch für sie wird die Polizei in nächster Zeit keine Veranstaltungen mehr machen können. Dies gelte für vieles , was bisher gemacht wurde. Der einzige Termin, der definitiv noch stattfinden wird, sagt Hans-Werner Heise, ist der „Tag der Sicherheit“ in Itzehoe.


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erstellt am 16.Okt.2015 | 16:49 Uhr

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