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Elbefähre Brunsbüttel/Cuxhaven : Bald gehen die Lichter aus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Elb-Link-Geschäftsführer sieht kaum noch Spielraum für den Fortbestand der Linie. Die nach Wewelsfleth versetzte „Saaremaa“ könnte jederzeit wieder fahren.

Die Entwicklung bei der Cuxhavener Elb-Link Fährgesellschaft mbH, die seit Mai bis zum plötzliche Aus am 9. Oktober die Route zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven bediente, spitzt sich dramatisch zu. Geschäftsführer Bernd Bässmann sprach gegenüber den Cuxhavener Nachrichten von rund 14 Tagen, bevor die nächste Insolvenz für die Fährlinie ins Haus steht. Bässmann, der zurzeit nicht erreichbar ist, äußerte sich auf Facebook mit dem Hinweis, dass der Schiffseigner eine für Elb-Link betriebswirtschaftlich nicht darstellbare Charterrate fordere. Der bisherige Vertrag war Ende September ausgelaufen. Von einer Insolvenz wären bei der Reederei 45 Mitarbeiter betroffen.


Petition zum Erhalt der Linie gestartet

Am Wochenende wurde eine Online-Petion an die beiden Landesregierungen in Kiel und Hannover gestartet. Diese Initiative ist aus einer Fan-Gruppe bei Facebook hervorgegangen. Bislang wurden dort eher Fotos von den Schiffen und den Überfahrten geteilt. Seitdem die neuerlichen Turbulenzen aufgetreten sind, rückt dort die Sorge um den Fortbestand des Unternehmens ins Blickfeld. Bereits in der Vergangenheit hatten die Wirtschaftsministerien in Schleswig-Holstein und Niedersachsen betont, finanzielle Unterstützung werde es nicht geben, Fährlinien müssten sich selbst tragen. Die Petition der Cuxhavenerin Anja Möller zielt daher auf ein öffentliches Interesse an dieser Verbindung ab. „Wir erwarten, dass sich die zuständigen Ministerien der Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen für die Aufrechterhaltung dieser Fährverbindung einbringen (...) es sind funktionsfähige Anleger auf beiden Seiten vorhanden (...) die Nachfrage von Passagieren definitiv auch. Diese Verbindung ist sinnvoll und für beide Länder wichtig. Wir brauchen diese zusätzliche Route! Gerade für Cuxhaven!“ Bis zum 21. Dezember müssen 10  000 gültige Unterschriften bei Open Petition zusammenkommen, gestern waren es knapp zehn Prozent.

Unterdessen wartet in Wewelsfleth die Besatzung der „Saaremaa“, die als Ersatz für die in einer Bremerhavener Werft befindliche „Grete“ fuhr, auf grünes Licht für den Weiterbetrieb. Acht Crew-Mitglieder sind nach Aussage der Reederei Conmar Shipping GmbH & Co KG in Jork derzeit an Bord. „Wenn einer sagt, morgen geht es los, dann kann die Saaremaa den Betrieb wieder aufnehmen“, sagt Geschäftsführer Marc Buchholz. Conmar ist verantwortlich für das technische und nautische Management der Fähren, zu denen auch die Grete sowie die seit kurzem in Kiel liegende Hiiumaa gehören.

Allerdings: Die Beschäftigungsverträge der Crew in Wewelsfleth mit den Schiffseignern liefen am Monatsende aus. Dann, so Buchholz, dürfte wohl ein Teil von ihnen die Kündigung bekommen. Die anderen werden als so genannte Aufliege-Besatzung weiterhin benötigt – vier Mitarbeiter.

Buchholz berichtet, dass die Grete in Bremerhaven Ende der Woche fertig sein soll. „Was dann passiert, wissen wird nicht“, sagt er. „Wir warten jetzt darauf, was uns der Eigner mitteilt, wie es mit der Grete weitergehen soll.“ Bei einer Einigung mit Elb-Link würde sie den Linienbetrieb zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven wieder aufnehmen können. Die jetzige Crew auf der Saaremaa würde dann dort eingesetzt werden.

Christian Schulz, Sprecher der Schiffseigner – die Fähren sind in Malta registriert – und vor der Insolvenz Geschäftsführer bei der Vorgänger-Reederei Elb-Link, betont unterdessen: „Wir erwarten eine Aussage zu einer marktfähigen und vernünftigen Charterrate, die uns eine Kostendeckung ermöglicht.“

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