zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 06:48 Uhr

Itzehoe : Bald freie Fahrt auf der A 23

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Letztes Autobahn-Teilstück bei Itzehoe symbolisch eingeweiht. Der Abschluss der Arbeiten erfolgt am 8. Juli.

Am Ende wurde es fast ein wenig pathetisch auf der Autobahn als Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) von „freier Fahrt für freie Bürger“ sprach, in deren Genuss die Autofahrer hier bald kommen würden. Gemeinsam mit SH-Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) gab der Bundespolitiker am Sonnabend das 7,5 Kilometer lange Teilstück der A  23 zwischen den Abfahrten Itzehoe-Süd und Itzehoe-Nord symbolisch frei. Bis der Verkehr dort aber ohne Behinderungen durch Bauarbeiten rollen wird, werden noch einige Wochen ins Land gehen. Bis zum 8. Juli müssen noch kleinere Restarbeiten abgeschlossen werden und die Absperrungen zurückgebaut werden.


Zehn Jahre Bauzeit


Ganz unangebracht waren die großen Worte nicht, denn die Baustelle, die die ehemals dreispurige Bundesstraße 5 in eine Autobahn verwandelte, verdient zweifellos das Prädikat „Großprojekt“. Allein um das jetzt fertiggestellte letzte Teilstück von zwei Kilometern Länge zu bauen, wurden über 13  500 Lkw-Ladungen Boden bewegt, 15 Kilometer Leitungen verlegt und Asphaltflächen in der Größe von über 26 Fußballfeldern gegossen. Insgesamt 158 Millionen Euro investierte der Bund in den Ausbau – allein 79 Millionen davon in das Herzstück des „Lückenschlusses“, die beiden neuen Störbrücken, die bereits im Herbst vergangenen Jahres eingeweiht wurden.

Geplant wurde der Bau bereits seit 1998. Der erste Spatenstich erfolgte im März 2006. Hintergrund ist das deutlich gestiegene Verkehrsaufkommen: Waren es im Jahr 2000 im Schnitt noch rund 22  000 Autos, die täglich auf der damaligen Bundesstraße durch Itzehoe rollten, erwarten die Planer für 2020 fast doppelt so viele Pkw pro Tag.

Verkehrsminister Meyer sprach von einem „richtigen Zeichen für die Region“, denn die A  23 und die anschließende Bundesstraße 5 seien die „Lebensader“ der Westküste und für Pendler und Touristen gleichermaßen wichtig.

„Für die Menschen in der Region geht nun eine lange Geduldsprobe zu Ende“, so Meyer. Die Bauarbeiten hätten zu erheblichen Belastungen für Autofahrer und, durch Umleitungen und Sperrungen, auch für Anwohner in Itzehoe und Umgebung geführt. „Die regelmäßigen Staus und die vergleichsweise hohe Zahl an Unfällen gehören mit der Fertigstellung hoffentlich endgültig der Vergangenheit an.“ Meyer erinnerte zugleich daran, dass bereits am 8. Juli auch der Start des Ausbaus der B  5 zwischen Itzehoe und Wilster vorgesehen sei, was der Westküste weitere Entlastung schaffen werde. Es sei gut, dass der Bund kräftig in die Infrastruktur vor Ort investiere, nachdem diese im Bundeshaushalt 25 Jahre lang zu wenig berücksichtigt worden sei. „Es besteht Nachholbedarf.“


Klares Bekenntnis zur A  20


Enak Ferlemann nutzte den Festakt auf der Autobahn auch für ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zum Bau der A  20 im Kreis Steinburg. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (wir berichteten) sei es nun der Wille des Berliner Verkehrsministeriums, dieses „wichtige Projekt“ zügig umzusetzen. „Wir können es sofort finanzieren. Die Bundesmittel dafür sind da.“ Er hoffe, dass das Kieler Verkehrsministerium die Ausschreibung für den Bau im Frühjahr 2017 starten könne.

Landespolitiker Meyer hörte diese Zusage gerne, warnte aber davor, den Bürgern „wieder zu suggerieren, dass nun alles ganz schnell gehe.“ Das Urteil in Leipzig sei ein großer Erfolg und die Sicherheit der Linienbestimmung für die A  20 wichtig. „Zu verhindern wird die Autobahn nicht mehr sein.“ Es seien aber noch offene Fragen zu klären und bei den Planungen gehe Sorgfalt und Rechtssicherheit vor Schnelligkeit.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 13.Jun.2016 | 05:48 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen