Rathaussanierung : Bald fallen die Hüllen vor der Fassade

Bürgermeister Gerhard Blasberg ist froh, dass das Gerüst am Rathaus in den nächsten Tagen abgebaut wird - pünktlich zu den Matjeswochen.
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Bürgermeister Gerhard Blasberg ist froh, dass das Gerüst am Rathaus in den nächsten Tagen abgebaut wird - pünktlich zu den Matjeswochen.

Pünktlich zu den Matjeswochen wird das große Gerüst vor dem Glückstädter Rathaus abgebaut. Sorgen bereitet noch die Eingangstreppe. Ihre Erneuerung dauert noch bis Ende Juli.

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03. Juni 2014, 05:00 Uhr

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht Glückstadts Bürgermeister Gerhard Blasberg den Fortschritt der Sanierungsarbeiten am Rathaus. Einerseits ist er froh, dass vor der Eröffnung der Matjeswochen am 12. Juni die weiße Verhüllung wieder verschwindet und die schmucke Fassade des historischen Bauwerks am Marktplatz sichtbar sein wird. Andererseits gefällt ihm nicht, dass ein Schaden an der Rathaustreppe so massiv war, dass sie abgenommen werden musste. Die Treppe wird nun neu aufgebaut. Das verursacht Mehrkosten. Veranschlagt sind für die Sanierung bislang 330 000 Euro.

„Ich bin heilfroh, dass wir so weit gekommen sind“, sagt der Verwaltungschef. Denn die Fassadensanierung liege voll im Zeitplan. Den Abschluss der gesamten Arbeiten erwartet er Ende Juli. Das liegt an den zeitaufwendigen Vorgaben für den Treppenbau. Grundsätzlich, macht Blasberg deutlich, könne das zügiger vonstattengehen. Doch er sorgt sich um die Gastronomie des Ratskellers. Die solle möglichst wenig Einschränkungen erfahren. Das bedeute im Gegenzug immer wieder eine Unterbrechung der Arbeiten. Mittags etwa müssen die Handwerker eine Stunde Pause einlegen. Aber: „Die Belange der Gastronomie haben Vorrang vor dem schnellen Baufortschritt.“ Anfangs war sogar befürchtet worden, dass baustellenbedingte Umsatzeinbußen womöglich zum Aus für den Ratskeller führen könnten.

Der Problemfall Rathaustreppe hatte sich erst im Laufe der Sanierung herausgestellt. Die Treppe sei nicht Teil des Gebäudes, sondern gewissermaßen davorgestellt, erklärt der Bürgermeister. Im Laufe der Jahre habe sie ein Neigung zum Rathaus hin entwickelt, so dass Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen konnte. Eine bloße Sanierung wäre nicht möglich gewesen. Denn: „Die heute erforderliche Statik kann nicht eingehalten werden.“

Wenn alles fertig gestellt ist, ist noch lange nicht Schluss mit den Arbeiten im Rathaus. Blasberg nennt bereits die nächsten Vorhaben, die die Stadt in Angriff nehmen wolle: Sanitäranlagen und den Aufzug. Letzterer sei nicht geeignet, das Rathaus als barrierefrei zu bezeichnen. Denn der Fahrstuhl hält im später errichteten Neubau des Verwaltungsgebäudes quasi in Zwischenetagen: Wer dort aussteigt, muss eine Treppe überwinden, um zu den Büros zu gelangen. Bislang wird ein Raum im über eine Rollstuhlrampe erreichbaren Erdgeschoss genutzt, um gehbehinderten Bürgern Gespräche mit Sachbearbeitern zu ermöglichen.

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