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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 13:35 Uhr

Bildung : Bald eine Privatschule in Krempe ?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach Aus für die Gemeinschaftsschule: Erster Info-Abend mit Elmshorner Leibniz Schule findet am 25. September statt. Auch beim Geld lässt Krempe nicht locker: Schulverband verklagt das Land auf Schadenersatz.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 18:30 Uhr

Ganz kampflos wollen die Kremper ihren Schulstandort nicht räumen: Nachdem zuletzt auch laute Proteste vor dem Landeshaus das Aus der Gemeinschaftsschule nicht stoppen konnten, wird nun eifrig nach Alternativen gesucht. Eine Möglichkeit: Die großzügig bemessenen Räumlichkeiten könnten in eine Außenstelle der Elmshorner Leibniz-Schule umfunktioniert werden. Die privat betriebene Bildungseinrichtung erlebt derzeit einen Boom. Schon rund 1000 Schüler werden hier unterrichtet – unter ihnen auch zahlreiche aus dem Kreis Steinburg und auch aus dem Einzugsgebiet Krempe.

Laut Schulverbands-Vorsitzendem Volker Haack ist ein erstes Gespräch mit den Betreibern der Leibniz-Schule bereits geführt worden. Dort sei zumindest schon Interesse signalisiert worden. „Unsere Infrastruktur ist auch top“, bringt Haack ideale Voraussetzungen in die Verhandlungen ein. Er betont weiter: „Wir sind in alle Richtungen offen.“ Am Mittwoch, 25. September, soll um 20 Uhr in der Mensa ein Informationsabend vor allem für Eltern angeboten werden. Hier wollen die Vertreter der Leibniz-Schule über ihr Bildungskonzept informieren und ihre Schule vorstellen. Bei dieser Gelegenheit könnte je nach Resonanz auch das Interesse von Eltern an dem zusätzlichen Bildungsangebot ausgelotet werden. Gastgeber ist der Schulverband. „Wenn es mit der staatlichen Schule nicht klappt, dann gibt es ja auch private Partner“, macht Volker Haack deutlich, dass „wir uns nicht alles gefallen lassen wollen“.

Eine weitere Alternative war schon im Vorfeld wieder aus dem Rennen. Vertreter des Schulverbandes hatten in Richtung Kiel einen Vorstoß für die Einrichtung eines Modellprojekts unternommen. Sie hatten sich dabei auf eine Andeutung der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin bezogen und laut über die Einrichtung einer Grundschule bis zur sechsten Klasse nachgedacht. Das war von Kiel dann aber sofort wieder abgeblockt worden. Ebenfalls in der Überlegung ist die Einbeziehung der örtlichen Kindertagesstätten in den Schulkomplex. Laut Volker Haack seien in den Kitas ohnehin Investitionsvorhaben notwendig, sodass man auch über eine Nutzung leerstehender Schulräume nachdenken könne.

Parallel dazu hat der Schulverband nach Vorlage des schriftlichen Bescheids zum Auslaufen der Gemeinschaftsschule jetzt auch das Land verklagt. Gemeinsam mit einer Fachanwältig für Verwaltungsfragen wollen die Kremper wenigstens den finanziellen Schaden in Grenzen halten. Das Problem: Wenn Schüler aus Krempe und Umgebung an anderen weiterführenden Schulen unterrichtet werden, müssen die Heimatgemeinden sich an den Kosten (1500 Euro pro Jahr und Kind) beteiligen. Gleichzeitig sitzt der Schulverband aber auf einer Investitionsruine. So war in den vergangenen Jahren rund eine Million Euro in eine Modernisierung des Schulzentrums gesteckt worden. Unterm Strich bleibt Krempe auf regelmäßigen Mehrkosten von 36 000 Euro sitzen. „Da sind wir ideenreich“, kündigt Volker Haack einen intensiven Kampf ums Geld an. In einer ersten Reaktion habe man in Kiel wenig Hoffnung auf Erfolg gemacht. Die Klage sei dennoch eingereicht worden, um die erforderlichen Fristen wahren zu können. Weiteres Problem: Im Schulzentrum stecken auch viele Fördergelder. Werden die Gebäude aber vor Ablauf einer 25-jährigen Nutzungsdauer anderweitig genutzt, droht hier eine Rückzahlung. Zumindest für diesen Punkt habe es in Kiel aber Kompromissbereitschaft gegeben. Wenn die Räume künftig für Kultur- und Bildungseinrichtungen genutzt würden, könnte eine Rückzahlungsforderung unterbleiben.

Ungelöst bleibt ein weiteres Problem: Viele potentielle Gemeinschaftssschüler aus Krempe und Umlandgemeinden weichen nach Glückstadt, Itzehoe oder Horst aus. Eine Schülerbeförderung gibt es aber nur zur nächsten zuständigen Schule. „Hier ist noch völlig unklar, welche das eigentlich ist“, so Haack. Erschwerend kommt hinzu, dass sich mit Bekanntwerden des Wegfalls der Gemeinschaftsschule das Problem sogar noch beschleunigt. Haack befürchtet, dass ein weiter zunehmender Schülerschwund auch den bislang bis 2018 vorgesehenen Schulbetrieb noch gefährden könnte. Schon würden erste Geschwisterkinder gleich mit abwandern.

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