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St. Laurentii Itzehoe : Balance-Akt über dem Kirchenschiff

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jeder Schritt der Zimmerleute will wohlüberlegt sein: Das Gewölbe der St. Laurentii-Kirche Itzehoe bekommt für 176 000 Euro eine neue Dämmung.

Es knarrt und klappert im Dachstuhl der St. Laurentii-Kirche. Hoch über dem Kirchenraum verkleiden Zimmerpolier Holger Henschen und seine drei Kollegen das hölzerne Tonnengewölbe mit einer neuen Dämmung. Jeder Schritt der Zimmermänner muss wohlüberlegt sein: „Wir dürfen das Tonnengewölbe selbst nicht betreten, sonst reißt unten der Putz“, sagt Henschen, während er über einen der Holzbalken balanciert, die sich quer über das Gewölbe spannen. „Nur auf den Balken können wir uns bewegen.“

„Eine Sisyphus-Arbeit“, nennt das Architekt Dietrich Fröhler, der die Sanierung des Dachstuhls betreut. Bei einer Baubegehung ist Fröhler überrascht, wie aufgeräumt die Baustelle mittlerweile ist. „Vor zwei Wochen sah das hier noch ganz anders aus.“ Denn bevor die Arbeiter die neue Dämmung anbringen konnten, mussten sie zunächst die alte abreißen. Die bestand aus Bitumenpappe und Glaswolle mit hochgiftigen Fasern. Außerdem war das Gewölbe noch voller Asbest-Staub, der bei der jüngsten Dach-Sanierung hineingerieselt war. „Drei Wochen lang haben wir hier nur mit Atemschutz und staubdichten Anzügen gearbeitet“, berichtet Henschen.

Die neue Dämmung – eine sechs Zentimeter dicke Mineralwolle – sei nicht gesundheitsschädlich, so Architekt Dietrich Fröhler. Außerdem biete sie einen weiteren Vorteil: „Die alte Teerpappe war dampfdicht. Das führte dazu, dass die Feuchtigkeit aus dem Kirchenraum nicht entweichen konnte.“ Jetzt werde eine so genannte Dampfbremspappe verlegt, die die Feuchtigkeit durchlasse.

Die Erneuerung der Dämmung über dem Gewölbe ist der zweite und letzte Bauabschnitt der Dachstuhlsanierung. 176 000 Euro investiert die Kirchengemeinde für diesen Teil der Arbeiten. Im Jahr 2012 hatte sie bereits das Dach ihres Gotteshauses mit Naturschiefer eindecken lassen und die asbesthaltigen Faser-Zement-Platten aus den 60er-Jahren entfernt. Der zweite Abschnitt begann mit der Sanierung der Dächer über den südlichen und östlichen Anbauten des Kirchenschiffs Ende vergangenen Jahres (wir berichteten). Mitte Januar starteten die Arbeiter mit der Erneuerung der Gewölbe-Dämmung, die nächste Woche beendet sein soll. „Dann stehen nur noch Restarbeiten an Sockeln und Fallrohren außen am Kirchengebäude an. Die werden wir im Frühjahr ausführen“, so Fröhler.

Grundsaniert ist die St. Laurentii-Kirche dann aber noch lange nicht. „Das ist bei so einem großen Gebäude fast nicht möglich“, sagt Ute Preuß von der Bauabteilung des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf. Nächster Schritt sei eine Sanierung des Innenraums. „Wenn Sie sich den Anstrich und die Beleuchtung aus den 60er-Jahren anschauen, sehen Sie schnell, dass eine Erneuerung dringend notwendig ist.“ Konkrete Planungen gibt es jedoch noch nicht.

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erstellt am 12.Feb.2016 | 04:47 Uhr

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