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Norddeutsche Rundschau

22. November 2017 | 23:27 Uhr

Verkehr : Bahngleis in handlichen Stücken

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bauarbeiten am Übergang Janssenweg gehen weiter. Zugverbindungen zwischen Itzehoe und Elmshorn durch Schienenersatzverkehr ersetzt.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2017 | 05:33 Uhr

In Schrittgeschwindigkeit rollt der Zug aus Richtung Itzehoe auf Gleis 1 in Richtung Bahnübergang Janssenweg zu. Bauarbeiter – erkenn bar an orangenen Warnwesten – wurden von Sicherungsposten bereits vor dem Zug gewarnt und stehen jetzt abseits. Der Zug rollt über den Bahnübergang, der durch eine rot-weiße Kette aus Kunststoff gesperrt ist. Für Ortskundige auf der falschen Seite, denn auf Gleis 1 sind sonst Züge in Richtung Itzehoe unterwegs. Anderseits gibt es Gleis 2 im Augenblick nicht mehr. Das Gleis liegt in „handelsüblichen Blöcken“ von drei Meter Länge zersägt, samt Schwellen nämlich vor den Schranken auf der Straße.

Noch bis Donnerstagmorgen, 6 Uhr, wird auf und im Umfeld des Bahnüberganges Janssenweg gearbeitet. Auftraggeber ist die DB Netz AG. Mitarbeiter der beauftragten Firma Spitzke aus Kaltenkirchen erneuern im 24-Stunden-Schichtbetrieb mehrere Weichen einschließlich der Gleis-Anschlusslängen. Betroffen ist derzeit ein Schienenstrang in Höhe des Stadtparks.

Am Wochenende wurde das in Richtung Hamburg führende Gleis 2 vor und hinter dem Bahnübergang Janssenweg auf zirka 200 Meter Länge zurückgebaut, zersägt und mit einem auch auf Schienen fahrenden Bagger auf die Straße gehievt. Dann kam ein Radlader zum Einsatz, der das Material zum Gelände des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes brachte. Dort lagert ein großer Berg Gleisschotter. Sobald die Gleise samt Schwellen am Sonnabend verschwunden waren, rückten gleich große Muldenfahrzeuge an und füllten das Gleisbett wieder auf.

Das rege Treiben auf dem Areal des künftigen Neubaugebietes hatte übrigens zu Wochenbeginn bei vielen Glückstädtern für Irritationen gesorgt. Grund: Weil es bislang am Janssenweg in Sachen Baugebiet nicht so recht weiter geht, hatten vorbeikommende Verkehrsteilnehmer eine Wiederaufnahme der noch erforderlichen und von vielen herbeigesehnten Abbrucharbeiten auf dem AW-Gelände vermutet. Spätestens seit vergangenen Mittwoch steht jedoch fest: Kein Abbruch, vielmehr handelte es sich nur um den Baustellenverkehr der Firma Spitzke.

„Auch wenn die Straßeneindeckung des Bahnüberganges im weiteren Verlauf noch aus- und wieder eingebaut werden soll, so können Fußgänger und schiebende Radfahrer den Übergang benutzen“, erklärt Bauleiter Matthias Möller. Allerdings müsse man bei Durchfahrt eines Zuges längere Wartezeiten in Kauf nehmen, weil Züge den Bahnhof nur in langsamer Fahrt ansteuern dürfen. Wichtig in diesem Zusammenhang: Einige Zugverbindungen zwischen Itzehoe und Elmshorn wurden gestrichen oder durch einen Schienenersatzverkehr ersetzt. Welche Züge genau betroffen sind, sollte jeder Bahnnutzer für sich selbst über das Internet erfragen.

Zwischen Donnerstag und Sonntag herrscht dann erst einmal Ruhe vor dem nächsten Einsatz. Dieser setzt quasi am Sonntagabend mit einer Vollsperrung der Bahnübergänge Christian-IV.-Straße im Zuge der Bundesstraße 431 sowie Großen Kremper Straße ein. Auch dort gilt dann bis voraussichtlich 28. November: Nur Fußgänger kommen rüber.

Übrigens sind Verkehrsteilnehmer nicht nur in Glückstadt von Verkehrsbeschränkungen aufgrund gesperrter Bahnübergänge betroffen: Auch in Siethwende ist die Firma Spitzke am Arbeiten. Deshalb werden dort vom 17. bis zum 28. November die Übergänge im Bereich der Landesstraße 118 und an der Schulstraße gesperrt. Vom 20. bis 22. November kommt eine Sperrung des Bahnüberganges an der Landesstraße 288 dazu. Der Autoverkehr wird dort weiträumig umgeleitet.

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