zur Navigation springen

Kellinghusen : Bahnanschluss: Signal bleibt auf Rot

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Immer noch keine Entscheidung über Reaktivierung der Strecke Kellinghusen-Wrist. Minister gibt „unklare Verhältnisse“ als Grund an.

„Wenn nicht der Himmel einstürzt, wird die Strecke kommen“, sagte Bernd Wewers, Geschäftsführer der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) auf Anfrage unserer Zeitung. Das war allerdings schon im Jahr 2012. Bislang blieb der Himmel oben – wie steht es also um die Realisierung der vom Land seinerzeit angebotenen Schienenverbindung von Kellinghusen nach Wrist und Hamburg Altona? Ein Schreiben von Verkehrsminister Reinhard Meyer an die Stadt lässt die Wolken nun tiefer hängen: Zum jetzigen Zeitpunkt könne er keine Entscheidung über zusätzliche Strecken und Verkehre treffen, erklärt Meyer. Als Grund dafür nennt er „bestehende unklare Umstände für den gesamten Schienenpersonennahverkehr in Schleswig-Holstein.“

Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) und Timo Laackmann, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, hatten die erfolgte Erhöhung der Regionalisierungsmittel (von 7,3 auf acht Milliarden Euro) durch den Bund zum Anlass genommen, erneut in Kiel nachzuhaken. Zur Erinnerung: Die Mittelaufstockung für den Streckenbetrieb hatte das Land zuletzt zur Voraussetzung für einen möglichen Projektstart gemacht. Unverständnis äußerten die Kellinghusener außerdem über das bereits signalisierte grüne Licht für die ebenfalls seinerzeit anvisierte Reaktivierung der Strecke Kiel- Schönberger Strand.

In seinem Antwortschreiben erklärt der Minister dies mit „wesentlich weiter fortgeschritten Planungen“ für das Projekt. Im Januar 2012 sei die Nah.sh (Nachfolger der LVS) beauftragt worden, die Vorentwurfsplanungsleistungen zu vergeben, im April 2013 sei die Ertüchtigung eingeleitet worden. Weiter gehe es jetzt „nachdem fest steht, dass für das Land zumindest keine Verschlechterung in der Ausstattung mit Regionalisierungsmitteln zu erwarten ist“. Hinzu komme, dass 2009 ein für das Land sehr günstiges Angebot für den optionalen Betrieb dort abgegeben wurde. „Die wichtigen Entscheidungen für dieses Projekt sind also bereits vor langer Zeit gefallen“, schreibt Meyer.

Mit Blick auf Kellinghusen – wo ebenfalls etliche Vorplanungen erfolgten und die Bahn laut LVS-Vorschau 2015 auf der Schiene sein sollte - verweist der Minister „auf die noch ausstehende horizontale Verteilung der Regionalisierungsmittel zwischen den Bundesländern“. Ein Ergebnis erwartet er jedoch noch im ersten Quartal 2016. Außerdem werde im Zusammenhang mit dem aktuellen Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbs im Eisenbahnbereich (ERegG) intensiv über die Ausgestaltung von Preisen für eine Trassennutzung diskutiert, schreibt Meyer. Auch dies sei ein Faktor, der erhebliche Auswirkungen auf die Kosten eines Betriebs auf der Strecke hat. Auf einen gemeinsamen Termin mit den Kellinghusenern freut sich der Minister „wenn die oben aufgeführten Punkte auf Bundesebene geklärt sind“.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen