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Standortförderung : Bahnanschluss für Entwicklung notwendig

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kellinghusener Kreistagsabgeordneter kritisiert Landesregierung für zögerliche Haltung

„Wir werden überregional wahrgenommen“, stellt der Kellinghusener Unternehmer und Kreistagsabgeordnete Martin Dethlefsen (Bürgerliste Steinburg) nach dem Besuch der Berufsmesse in der Gemeinschaftsschule mit Oberstufe (GmS) fest. Er warnt aber auch davor, diesen Erfolg als gegeben hinzunehmen.

Um die Schülerzahl der leistungsstarken GmS langfristig noch zu erhöhen gelte es, die Bevölkerungsentwicklung im Blick zu behalten. Erhebungen signalisierten aber schon jetzt, dass es damit nicht gut bestellt ist. „Die Stadt verzeichnet eine sinkende Einwohnerzahl, die Bevölkerung altert“, erklärt Dethlefsen. Mehr Familien anlocken will der Kreispolitiker durch den 2012 vom Land in Aussicht gestellten Bahnanschluss.

Die Schüler-Organisatoren und ihre Lehrer hätten mit der jüngsten GmS-Berufsmesse Beeindruckendes auf die Beine gestellt, so Dethlefsen. Ein dickes Lob für die gute Vernetzung mit der Wirtschaft richtet er auch an Schulleiter Gerd Christian Thielmann. 47 Aussteller reisten an, um mit den Schülern in Kontakt zu treten. „Das hagebaucentrum war von Anfang an in der Schule dabei, daher erlebten wir die positive Entwicklung hautnah mit“, erklärt der Geschäftsmann. Er weiß, Firmen erhoffen sich viel von der direkten Kommunikation mit den zukünftigen Mitarbeitern. Für seine Firma zieht Dethlefsen positive Bilanz: „In den vergangenen Jahren haben wir etliche jahrgangsbeste Auszubildende gestellt.“

Die Ergebnisse engagierter Jugendlicher hätten nicht nur einen Stellenwert bei der zuständigen IHK. „Sie signalisieren darüber hinaus Eltern und Nachwuchs, auf dem Lande gibt es eine Top-Ausbildung, hier kann man Initiative zeigen und auch umsetzen.“

Zahlreiche Angebote dualer Studien für Oberstufenschüler belegten zudem, dass die Entscheidung für die Einrichtung der Gemeinschaftsschule mit Abitur nach 13 Jahren richtig gewesen sei. „Bestätigt wird dies aktuell auch durch Grundschuleltern, die sich eindeutig für die GmS positionieren“, freut er sich.

Angesichts der positiven Entwicklung dürften nun nicht die Hände in den Schoß gelegt werden. Eng verknüpft mit dem Erhalt und der Steigerung der Schülerzahlen sei die Einwohnerzahl der Stadt. Laut Bertelsmann Studie verliere der Kreis Steinburg bis 2025 rund 8500 Einwohner. „Ein wichtiger Faktor für den Zuzug von Familien ist der Bahnanschluss. Überall, wo die Bahn ankommt, kommen auch Menschen an“, unterstreicht Dethlefsen.

Viele, die jetzt in Hamburg, Pinneberg und Elmshorn arbeiteten, würden sicherlich gern ein paar Minuten Bahnfahrtzeit drauf legen, um deutlich günstiger und gesünder in der Störstadt zu leben. Dass die Anbindung Sinn mache, hätten mit ihrem Angebot Fachleute von offizieller Seite bestätigt. „Es ist schwer zu verstehen, dass diese gute und preiswerte Standortförderung gerade von einer Regierung nicht nachdrücklich verfolgt wird, die sich die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs auf die Fahnen geschrieben hat.“ In Erinnerung ruft der Kreistagsabgeordnete in diesem Zusammenhang den Verlust des Bundeswehrstandorts mehr als 1000 Soldaten und die Schließung von Prinovis/Gruner und Jahr. „Von letzterem hat sicherlich Itzehoe die Hauptlast zu tragen, es sind aber auch Mitarbeiter und Zulieferer aus der Region betroffen.“ Seiner Meinung nach ein Grund mehr, die Wege in die Metropolregion über die Schiene offen zu halten.

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