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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 12:36 Uhr

Glückstadt : Bahn: Land macht weitere Zusagen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele sichert zu, dass das bisherige Bahnangebot bestehen bleibt / Kosten: Eine Million Euro zusätzlich

von
erstellt am 12.Jun.2016 | 08:02 Uhr

„Das Bahnangebot für Glückstadt soll auch nach der seit Dezember 2014 laufenden Probephase erhalten bleiben.“ Das sagte Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele bei einem Treffen mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe Bahn im Rathaus. Eine Million Euro würde dies das Land zusätzlich kosten. „Und jetzt haben wir noch einmal in die Kasse gegriffen“, sagte Nägele zu dem Versprechen, dass es die zusätzlichen Halte nach dem Fahrplanwechsel im Dezember weiterhin geben werde. „Für uns ist es ein großer Schritt, für Glückstadt ein gutes Zeichen.“

Das Land hatte zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 vier zusätzliche Züge bei der Nordbahn bestellt. „Außerdem hatte das Land veranlasst, dass die Züge der Nord-Ostsee-Bahn in Glückstadt halten, bei denen das im Fahrplan möglich ist. Insgesamt sind das sieben Züge pro Tag. Zum Dezember 2015 hatte das Land einen weiteren Zug der Nordbahn morgens um 5.33 Uhr ab Glückstadt nach Itzehoe bestellt, um Pendlern eine Ankunft in Itzehoe vor 6 Uhr zu ermöglichen.“

Das Land als Geldgeber hätte sich in der Probephase „sehr genau angesehen“, wie die Züge angenommen werden. „Einige davon sind schwach genutzt, aber für die Pendler natürlich wichtig“, so Nägele.


Fahrt nach Sylt: Urlauber müssen weiter umsteigen


Der Staatssekretär selbst hatte um das Gespräch im Rathaus gebeten. Und zu dem Treffen brachte er Vertreter des Nahverkehrsverbundes Schleswig-Holstein (Nah.SH), der Nordbahn, der DB Regio und aus dem Wirtschaftsministerium mit. Acht Personen vom Land und den Bahngesellschaften saßen sieben Glückstädtern – darunter Bürgermeisterin Manja Biel – gegenüber. Wobei noch ein Vertreter von Pro Bahn gekommen war. In sachlicher Atomsphäre wurde über verschiedene Punkte gesprochen, denn die Glückstädter hatten mehrere Anliegen, die von Lutz Thieme vorgetragen wurden.

Nägele machte während der Diskussion noch ein weiteres Angebot: Er hatte gehört, dass das Bahnumfeld neu gestaltet werden soll. „Ich reiche Ihnen die Hand, wir haben Mittel für die Gestaltung.“ Und er habe eine Expertin beim Nahverkehrsverbund, die dabei helfen würde.

Dem Wunsch der Glückstädter, dass Urlauber aus der Elbestadt am Wochenende morgens mit zwei Zügen nach Sylt fahren können ohne in Itzehoe umzusteigen, erteilte Nägele eine Absage. Gleiches galt für Fahrten zurück. Er versprach aber, den Umstieg mit einer „speziellen Kampagne“ zu begleiten. Er sprach von einem „Sylt-Paket“ und eventuellen Getränkegutscheinen. Zudem gab er zu Bedenken, dass der Nordbahn Einnahmen verloren gehen, wenn die Menschen mit der DB Regio fahren. „Das müssen wir abwägen.“

Unterstützung bekam er in diesem Punkt von Thorsten Reh, Sprecher Regionalbahn Schleswig-Holstein. Reh verwies auf Baustellen, Verspätungen und damit knappe Wendezeiten für die Züge in Hamburg. „Solche grundsätzlichen Dinge will ich mir erst einmal ansehen“, wollte er keine Versprechen machen. Die DB Regio übernimmt ab Dezember die Strecke, die jetzt von der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) befahren wird.

Auch Jochen Kiphard, bei Nah.SH zuständig für Fahrpläne, sah Probleme angesichts der Situation der Sylt-Shuttles, die ständig fahren und damit Schienenkapazitäten belegen. „Ich kann davor nur warnen.“ Schon jetzt sei die Situation katastrophal, wenn es um Züge geht, die in Niebüll ankommen. „Das möchte ich nicht verantworten.“

Ein anderer Punkt hatte dann wieder Erfolg. Lutz Thieme erklärte, der Zug am Morgen nach Glückstadt sollte später als 6.55 Uhr fahren. Denn die Schüler müssten 40 Minuten vor Schulbeginn in Itzehoe warten. Nägele sagte zu, der Zug ab Dezember um 7.05 Uhr fahren kann.


Zug verspätet und es kommt keine Ansage


Heiko Schlüter von der Arbeitsgruppe Bahn erläuterte die Probleme, die Pendler haben, wenn Züge Verspätungen haben und es keine Durchsagen gibt. „Wenn der Zug ausfällt, warten Pendler eine Stunde und wissen nicht was los ist.“ Dies Problem kannte Nägele auch aus anderen Orten. „Wir bemühen uns eine Lösung zu finden.“ Diese würde dann für alle Orte gelten.

Weiterhin ging es um einen zusätzlichen Zug ab Altona um 18.40 Uhr . „Das könnte klappen“, sagte Thieme. „Sonst haben wir ab Altona in der Zeit eine Lücke von 100 Minuten.“ Hier wollte der Staatssekretär noch keine Zusage machen. „Wir brauchen Zeit, um dies zu prüfen.“ Er sei aber „vorsichtig optimistisch“.

Ein weiteres Thema war die Überdachung am Glückstädter Bahnhof, die zurzeit fehlt. Hier informierte sich Torsten Reh noch während der Sitzung bei der Deutschen Bahn und teilte mit: Aufgrund von statischen Fragen verzögert sich der Bau. Er solle aber im Oktober fertig sein.

Eine Anregung gab Stadtvertreter Siegfried Hansen (Piraten): „Es wäre eine unheimliche Erleichterung wenn es einen Pendelzug zwischen Itzehoe und Elmshorn gibt.“ Denn ab Elmshorn würden viele Züge Richtung Hamburg fahren. Seine Forderung zu einem Beitritt zum Hamburger Verkehrsverbund dämpfte Nägele aber gleich: „Der heutige Topf ist ausgeschöpft“, sagte er zu den Finanzen. Der Staatssekretär versprach zu allen offenen Fragen: „Sie bekommen in vier Wochen eine Antwort.“



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