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Neue Chance für die Bahn : Bahn frei für künftige Entwicklung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Kellinghusener Liste und der stellvertretende Bürgermeister sehen gute Chancen für eine Reaktivierung der Bahn-Strecke nach Wrist.

54,8 Kilometer – in Granit gehauen zeigt die Zahl die Wegstecke nach Hamburg an. Für die Schiene wohlgemerkt. Verdeckt vom sprießenden Grün markiert an der alten Trasse eine Steinstele den ehemaligen Verlauf der Bahnstrecke von Kellinghusen über Wrist in die Hansestadt. 1975 wurde der Personenverkehr wegen mangelnder Nachfrage eingestellt, 1995 folgte der bis dato gewinnbringende Güterverkehr. Bald danach schon kämpfte die Wählergemeinschaft Kellinghusener Liste (KeLi) für den Steckenerhalt und eine Wiederbelebung des schienengebundenen Nahverkehrs. „Seit der LVS-Ansage einer Reaktivierung der Strecke stehen wir mit dieser Forderung nicht mehr allein da“, verweist KeLi-Chef Wolf-Dietrich Debus auf eine Resolution der Ratsversammlung sowie die Begeisterung der regionalen Wirtschaft und Bevölkerung. Letztere habe ihrer positiven Einstellung vor allem im Rahmen einer Unterschriftenaktion des Kaufmännischen Vereins (KVK) Ausdruck verliehen, so KeLi-Vertreter Oliver Knebusch. Von der durchgängigen Bahnanbindung, die einmal Endpunkt einer geplanten S-Bahn-Linie sein soll, verspreche sich die gesamte Amtsregion eine verbesserte Anbindung an die Metropolregion. „Mitte 2012 teilten uns Vertreter der LVS mit, dass sich ein Bahnhof in Kellinghusen auch rechnen würde“, sagt Debus. Vor diesem Hintergrund sei die Berichterstattung „Renaissance der Bummelzüge“ vom 23. April kaum zu verstehen. Eher schon die tags darauf erfolgte Richtigstellung der Statistiker „Warum der Nahverkehr im Norden nicht zurückgegangen ist“. „Die Zahlen belegen doch, dass die Bahn und das Verkehrsministerium richtig handeln“, unterstreicht der Stadtpolitiker. Ein Blick auf den Bahnhof Wrist genüge um festzustellen, dass ein hohes Fahrgastaufkommen vorhanden ist. „Zu fast jeder Stunde sind die Züge gut ge- bis überfüllt“, so Debus. Zusätzliche Passagiere werde die schon heute auf zehn Jahre terminierte A-7-Baustelle auf die Schiene bringen. Wenig schlüssig finden die KeLI-Vertreter überdies das Argument der Buskonkurrenz durch frisch aktivierte Bahnangebote. „Warum gab es solche oder ähnlich Kommentare nicht zur Eröffnung der diversen Fernbuslinien, die ebenfalls eine ungesunde Konkurrenz zu den bestehenden Zugverbindungen darstellen? Vor Ort sei es in Jahrzehnten nicht geschafft worden, eine gut funktionierende Bus-Anbindung zu den Zügen am Bahnhof Wrist einzurichten. „Dies wurde gerade auch im Bürgerforum festgestellt“, so Debus. Nicht gerechtfertigt finden die KeLi-Leute zudem den negativen Zungenschlag bei den Kosten Reaktivierung der Strecke (sechs bis sieben Millionen Euro). „Kein Wort darüber, dass das Geld bei der Neuausschreibung der Strecke Hamburg-Altona-Neumünster eingespart wurde.“ Trotz der Querschüsse sei die KeLi sicher, dass die Bahn kommt und kostendeckend betrieben werden kann. „Positive Zahlen ergaben sich bereits anlässlich einer KeLi-Untersuchung Ende 2000“, so Debus.

Auch der stellvertretende Bürgermeister Reinhard Rübner (SPD) hebt noch einmal die große Bedeutung der Bahn für Kellinghusen heraus. Im Schulterschluss hätten sich deshalb auch Rat und Kaufmannschaft einmütig für die Reaktivierung ausgesprochen. „Für die Entwicklung der Region ist eine funktionierende Infrastruktur wichtig“, sagt Rübner und verweist darauf, dass die unmittelbar angrenzende Region im Kreis Segeberg und Kreis Pinneberg dem Hamburger Verkehrsverbund angehöre und davon sehr profitiere. Die Störstadt dürfe hier nicht abgehängt werden. Hinsichtlich der Kosten betont Rübner, dass in Wrist aufgrund der Bahn-Umstellung sowieso ein Abstellgleis kommen müsse. Teuer sei beim Bau deshalb nur die Brücke über die Stör. Fazit: „Wir sehen durch eine Reaktivierung erhebliche Vorteile für die Stadt.“ Und nicht nur das: Langfristig, so hätten es Berechnung ergeben, könnte die gesamte Region durch 1500 neue Einwohner profitieren.

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