Anhaltende Trockenheit : Bäume in Gefahr

„30 Liter Wasser kosten nur 1,29 Euro und können einen Baum für drei Wochen am Leben halten“, sagt Nils Andersen.
„Einen Baum vier Wochen lang alle drei Tage mit 30 Liter Wasser zu unterstützen, kostet nur 1,29 Euro“, sagt Nils Andersen.

Der Itzehoer Verein Itzequelle ruft die Bürger zum Wässern von Stadtbäumen auf. Der Kommunalservice ist im Dauereinsatz, um vor allem junge Bäume vor der Trockenheit zu retten.

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23. Juli 2018, 17:50 Uhr

Auf dem Areal des Naturerlebnisraum ist es trocken. Das erste Opfer der anhaltenden Dürreperiode in Schleswig-Holstein steht mitten auf der Wiese am Sandberg. Nils Andersen vom Verein Itzequelle handelt und gießt den Apfelbaum zwei bis drei Mal pro Woche, denn er hat bereits gelbe Blätter. Beginnt etwa schon der Herbst?

„Dies sind erste Anzeichen dafür, dass es dem Baum schlecht geht. Auch grüne Blätter, die sich zusammen rollen, zeigen an, dass der Baum dringend Wasser braucht. Besonders gefährdet sind Jung-Bäume, da sie noch kein tiefergreifendes Wurzelwerk haben“, erklärt Andersen und fordert die Itzehoer auf, selbst auch zur Gießkanne zu greifen – und zwar überall in der Stadt, wo Bäume gefährdet seien könnten.

Andersen empfiehlt, jeden zweiten Tag gefährdete Bäume mit zirka 30 Litern zu gießen. Auf den Streuobstwiesen im Naturerlebnisraum stehen hierfür extra zwei 1000 Liter Fässer, gespendet von der Firma Pohl-Boskamp. „Nur zehn Liter reichen nicht aus, denn das nimmt alleine das umliegende Gras schon auf,“ sagt er.

Bäume seien wichtig, da sie Sauerstoff produzieren, die Stadt begrünen, Staub filtern und einen Lebensraum für Insekten bilden. „Jeder Baum ist wertvoll“, sagt Andersen und fügt hinzu: „Einen neuen Stadtbaum zu pflanzen kostet mit Umrandung und allem Drum und Dran zirka 3000 Euro. Außerdem dauert das Anwachsen sehr lange. Durch regelmäßiges Gießen im Sommer helfen wir gemeinsam den Bäumen durch die Trockenperiode.“ Damit stark beschäftigt ist bereits seit Wochen der Kommunalservice. „Wir haben bereits beschlossen, Fremdleistungen einzukaufne, weil wir mit dem Wässern alleine nicht hinterherkommen“, sagt Betriebsleiter Reiner Kuhr. Priorität hätten Bäume, die, wie zum Beispiel an der Südspange, in den vergangenen vier Jahren gepflanzt wurden, weil ihnen noch die tiefen Wurzeln fehlen und sie besonders gefährdet sind, erklärt Kuhr. Auch wertvolle Bestände, etwa im Prinzeßhofpark, werden besonders gepflegt.

Die langanhaltende Trockenheit mit den gleichzeitig viel zu warmen Monaten April, Mai und Juni deutschlandweit sind nach Auffassung der Meteorologen Auswirkungen des Klimawandels, sagt Nils Andersen. „Insofern ist das Wässern der Bäume kein Mittel gegen den Klimawandel, sondern lediglich eine Maßnahme zu seiner Abmilderung.“

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