Frühjahrsputz : „Bäh-Dreck“, Flaschen und Unterhose

Dr. Klaus-Peter Prager  (rechts) freut sich über einen Schlag Kartoffelsalat mit Knackwurst von der Jugendfeuerwehr.
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Dr. Klaus-Peter Prager (rechts) freut sich über einen Schlag Kartoffelsalat mit Knackwurst von der Jugendfeuerwehr.

90 Freiwillige beteiligen sich an der Aktion sauberes Schleswig-Holstein in Glückstadt. Zum Abschluss gibt es Würstchen und Kartoffelsalat für die Helfer.

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31. März 2014, 04:53 Uhr

Knapp 90 Freiwillige sind am Sonnabend ins Stadtgebiet ausgeschwärmt, um ihre Heimatstadt frühjahrsmäßig auf Vordermann zu bringen. Von dem am Ende allen Teilnehmern als Dankeschön spendierten Imbiss, blieb so mancher Schlag Kartoffelsalat mit Bockwurst übrig. Grund: Trotz vorheriger Anmeldung waren knapp 40 Teilnehmer der Aktion ferngeblieben.

Nicht so die 19-jährige Ineke, die es eigentlich zwecks Ausbildung ins ostfriesische Aurich verschlagen hat. So oft sie kann, hält sich die junge Frau aber an den Wochenenden bei ihrer Familie auf. So auch am vergangenen Sonnabend. Ausschlafen war dabei jedoch nicht angesagt: „Ich möchte den ‚Kleinen’ zeigen, wie wichtig es ist, etwas für die Natur zu tun“, meinte Ineke mit Blick auf ihre 13 und sieben Jahre alten Geschwister.

Mit über 80 anderen jungen und alten Müllsammlern war das Quartett pünktlich um 9 Uhr auf dem Marktplatz erschienen. Dort wurden die Teilnehmer vom Leiter des Kommunalen Service der Stadtwerke Glückstadt, Thomas Meyer, zunächst mit Mülltüten und Arbeitshandschuhen ausstaffiert. Dann schwärmten die 15 Kleinstgruppen ins Stadtgebiet aus.

„Ich habe extra meinen Urlaub unterbrochen, um mit dabei zu sein“, sagte Bürgermeister Gerhard Blasberg. Auch Stadtwerkeleiter Karl-Heinz Jacobs war mit seiner Frau Barbara dem eigenen Aufruf zum Frühjahrsputz gefolgt. Zusammen mit der 81-jährigen Margarethe Stickler und dem Glückstädter Dr. Detlef Zschoche knöpfte sich Jacobs den Rethövel samt Binnenhafenböschung vor. „So viel gebückt habe ich mich lange nicht“, stellte Zschoche fest.

Diese Problem hatte die auf ihren Gehwagen angewiesene Anne-Kathrein Sommerfeldt nicht. Deren Einsatz beschränkte sich auf die vielen im Rinnstein rund um den Markt liegenden Zigarettenkippen, die sie mit einem Abfallgreifer in den Korb ihres Gehwagens beförderte. Dr. Volker Gehr stand derweil zwischen Reet und Binsen am Rande der Straße Im Neuland, wo er mit zahlreichen gefüllten Plastikbeuteln konfrontiert wurde. Deren Inhalt: Hundekot. „Warum sammeln Leute die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner erst ein, um sie dann über den Graben wieder in die Natur zu werfen?“, fragte er sich. Dagegen hatten es andere Teilnehmer im Rahmen der landesweiten Müllsammel-Aktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“ – wie beispielsweise das Ensemble der Glückstädter Speeldeel oder der Angelverein – mit handfesten Exponaten wie Radkappen, Fahrradlenker, einem Auspuff oder volle Schnapsflaschen zu tun. Auch eine Unterhose zählte zu den Funden.

Am Norderfleth bildeten Kai Maier, Stadtvertreter Dr. Siegfried Hansen (Piraten), Detlef Fehrmann sowie Daniela Bundschuh mit Tochter Ronja (3) ein Reinigungsteam. „Das ist heute doch eine schöne Gelegenheit der Bürgerinnen und Bürger, Seite an Seite etwas für ihre Stadt zu tun“, meinte Hansen. Gleichzeitig zeigt sich der „Pirat“ im Hinblick auf seinen Facebook-Aufruf überrascht darüber, wie viele Leute sonnabends arbeiten müssen und deshalb an der Aktion nicht teilnehmen konnten. „Gemeinwohl geht uns doch alle an“, so auch die Auffassung von Neu-Glückstädter Detlef Fehrmann.

Nach gut drei Stunden trafen sich die Müllsammler in der Feuerwache, wo Mitglieder der Jugendfeuerwehr bereits mit Kartoffelsalat, Würstchen und Getränken warteten. „Wer was wegwirft, sollte auch daran denken, dass es wieder weggeräumt werden muss“, appellierte Bürgervorsteher Paul Roloff in seinen abschließenden Dankesworten an das Verantwortungsbewusstsein aller. Roloff dankte im Namen des Bürgermeisters und der Stadtwerke allen Bürgern, die sich am Frühjahrsputz 2014 beteiligt haben. Es schloss sich eine Verlosung von 16 Gutscheinen unter allen ehrenamtlichen Müllsammlern an. Diese hatten das Restaurant „Anno 1617“, das Gasthaus „Der Kleine Heinrich“, das Restaurant „Op de Deel“, die Stadtwerke, das Elektrohaus Meiners sowie Spielzeug Meiners, Edeka-Neukauf Schönbeck, das E-Center Frauen und das Fitness-Studio gesponsert.

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