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Kreis steinburg : Babyboom bei den Schleiereulen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

291 Jungtiere: Schleiereulen-Nachwuchs hat sich 2015 im Kreis Steinburg fast verdoppelt / Auch Zahl der Steinkauz-Bruten stieg spürbar an

Für den Steinkauz, vor allem aber für die Schleiereule war 2015 im Kreis Steinburg ein richtig gutes Jahr. Die Zahl der erfassten Jungeulen stieg von 146 Tieren im Jahr 2014 auf 291 im Jahr 2015. Die Zahl der Bruten erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 31 auf 77. Hauptgrund für die positive Bestandentwicklung war ein hohes Wühlmausaufkommen. Die Lieblingsspeise der Schleiereulen ist ein lebenswichtiger Faktor für die Arterhaltung, denn im Gegensatz zu den meisten anderen Eulenarten kann sich die Schleiereule keine Fettreserven anfressen.

„Sechs der Schleiereulenbruten befanden sich in der Geest, der Rest in der Marsch“, erklärt Gebietsbetreuer Torsten Nummsen (Foto) vom Landesverband Eulenschutz. Die taubengroße Eule mit ihrer charakteristischen herzförmigen Gesichtsmaske ist ein Kulturfolger, der sich eng an menschliche Siedlungen angeschlossen hat. Scheunen und Kirchtürme dienen ihr als Schlaf- und Nistplatz. Offenes Kulturland mit ganzjährig kurzer Vegetation ist ihr bevorzugtes Jagdgebiet.

Ebenfalls verbessert hat sich die Lage beim Steinkauz. Die Zahl der in Steinburg entdeckten Steinkauz-Bruten stieg von 2014 auf 2015 von zehn auf 17, die Zahl der erfassten Jungkäuze von 35 auf 55. Neue Steinkauz-Standorte fanden sich in der Wilstermarsch. „Die Kästen habe ich dort im Spätsommer installiert“, so Nummsen, der den Hofbesitzern ausdrücklich dankt. Eine große Überraschung sei eine Brut in einem Schleiereulenkasten in Looft gewesen. „Die fünf Jungvögeln sind alle flügge geworden“, freut sich Nummsen.

Der Steinkauz mit dem bräunlichen, weiß gefleckten Gefieder, den strahlend gelben Augen und dem sich ständig wiederholendem „Guuuhk-Ruf“ ist kaum größer als eine Amsel und damit deutlich kleiner als seine großen Verwandten Waldkauz und Schleiereule. Der kleine Vogel liebt den Dorfrandbereich, benötigt geräumige Bruthöhlen, extensiv bewirtschaftete Flächen mit ganzjährig kurzer Vegetation, eingestreuten großen Bäumen und Viehbeweidung. Er ernährt sich hauptsächlich von Kleinsäugern, Insekten und Regenwürmern.

Früher gehörte der Kauz wie selbstverständlich zum Alltag der Landwirte, heute ist er aus einigen Regionen völlig verschwunden. Daher werden weitere Nistkästen benötigt. Allerdings ist „Weidetierhaltung eine Grundvoraussetzung“, so Nummsen. Hofnahe Weiden wären für den Steinkauz von Vorteil, wobei die Grünflächen „gar nicht so groß sein müssen“. Interessierte Hofeigentümer können sich unter der Telefonnummer 04123 – 92 96 90 direkt mit Torsten Nummsen in Verbindung setzen.



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