Brückenproblem in Kollmar : B431: Fahrbahn wird schmaler

Dem modernen Verkehr nicht mehr gewachsen: Auf der Brücke über die Langenhalsener Wettern sollen sich künftig keine Laster mehr begegenen.
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Dem modernen Verkehr nicht mehr gewachsen: Auf der Brücke über die Langenhalsener Wettern sollen sich künftig keine Laster mehr begegenen.

Eine Brücke über den Langenhalsener Wettern ist nicht belastbar genug für Lkw-Begegnungen. Eine künstliche Verengung soll Sperrungen vermeiden.

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21. Juli 2015, 17:00 Uhr

Kollmar | Sie stammt bereits aus dem Jahr 1958 und ist den Anforderungen des heutigen Schwerverkehrs nicht mehr in vollem Umfang gewachsen: Die Brücke über die Langenhalsener Wettern zwischen Elmshorn und Glückstadt soll daher ab sofort nur noch von einem Laster gleichzeitig überquert werden. Um dies zu erreichen, wird die Fahrbahn der Bundesstraße 431 auf der Brücke künstlich verengt.

„Wir mussten die Brücke auf der Grundlage einer bundesweit einheitlichen Vorschrift statisch neu bewerten“, erklärt Kai Uwe Schacht, Leiter der zuständigen Niederlassung Itzehoe des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV). „Der Schwerverkehr hat seit der Errichtung der Brücke stark zugenommen. Deshalb sind nun die Verkehrseinschränkungen für die Brücke erforderlich. Zukünftig dürfen nicht mehr zwei große Laster gleichzeitig über die alte Brücke fahren.“ Die Alternative sei eine Vollsperrung der Brücke für Laster auf unbestimmte Zeit gewesen - mit sehr problematischen Auswirkungen für den Verkehr.

Um dies zu verhindern, wird ein sogenanntes „Begegnungsverbot“ für Laster verhängt. Damit es eingehalten wird, wird die Fahrbahn technisch von jetzt 7,50 Meter auf eine Breite von jeweils drei Metern pro Richtung künstlich verengt. „Ziel ist es, die Begegnungen von Lastkraftwagen zu verhindern und gleichzeitig den Pkw-Verkehr möglichst wenig einzuschränken“, sagt Schacht.

Die Fahrbahnverengung als Lösung für das akute Problem mit der Statik der in die Jahre gekommen Brücke sei gemeinsam mit Verkehrsaufsicht und Polizei entwickelt worden. Hauptkommissar Michael Raupach, bei der Polizeidirektion Itzehoe zuständig für Verkehrsangelegenheiten, sieht durch die Fahrbahnverengung in der schlecht einsehbaren, scharfen Kurve, in der es in der Vergangenheit bereits öfter zu schweren Unfällen gekommen ist, keine erhöhte Verkehrsgefährdung: „Die Fahrzeuge werden bereits weit vor der Brücke heruntergebremst. Die eigentliche Verengung wird begleitet durch eine umfangreiche Beschilderung, die die Fahrer aufmerksam machen wird.“ Dieser „Geschwindigkeitstrichter“ minimiere die Unfallgefahr aus polizeilicher Sicht. „Natürlich müssen die Begrenzungen auch eingehalten werden“, sagt Raupach.

Wie lange die Brücke im Kollmaraner Ortsteil Strohdeich in diesem Zustand bleiben wird, ist aktuell noch unklar. „Wir werden einen Neubau nun zügig in die Straßenprogrammplanung aufnehmen“, erklärt Schacht. Darüber, wann Geld für einen Neubau zur Verfügung steht, wagte der Itzehoer LBV-Chef gegenüber unserer Zeitung keine Prognose. „Das hängt davon ab, was sonst noch zu machen ist und wie die Prioritäten gesetzt werden.“

Morgen wird die Fahrbahnverengung aufgebaut. An diesem Tag kann es zu Behinderungen durch eine Ampelschaltung kommen.

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