Wirtschaft in Brunsbüttel : Azubis sparen 600 000 Liter Wasser

Die Siegerurkunde überreichte  Andreas H. Meier an (v.l.) Sven Rehberg, Michael Schulze, Tim Schmidt, Jürgen Evers, Alexander Schmidt und Günter Jacobsen.
Die Siegerurkunde überreichte Andreas H. Meier an (v.l.) Sven Rehberg, Michael Schulze, Tim Schmidt, Jürgen Evers, Alexander Schmidt und Günter Jacobsen.

Angehende Chemikanten des Brunsbütteler Werks von Covestro gewinnen Nachhaltigkeits-Wettbewerb.

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21. August 2018, 11:26 Uhr

Der Brunsbütteler Standort der Covestro Deutschland AG hat den Responsible Care-Preis 2018 des Verbands der Chemischen Industrie Landesverband Nord (VCI Nord) gewonnen. Drei Auszubildende des Unternehmens der Fachrichtung Chemikant überzeugten mit ihrem Konzept zur Optimierung des betriebseigenen Dampferzeugers.

Durch eine von ihnen entwickelte technische Umrüstung kann Covestro fortan jährlich nicht nur den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) um sechs Tonnen reduzieren, sondern spart auch 600 000 Liter Trinkwasser ein. Das ist mehr als drei Vier-Personen-Haushalte im Jahr verbrauchen. Der Dampferzeuger ist eine zentrale Anlage im Ausbildungsgebäude des Brunsbütteler Covestro-Standorts. Dank der von den Azubis vorgeschlagenen technischen Umrüstung werden bei seinem Einsatz nun deutlich weniger Ressourcen verbraucht, denn künftig wird bereits genutztes Wasser über ein spezielles Modul wieder aufbereitet und erneut verwendet. In der Folge sinkt der Bedarf an frischem Trinkwasser. Außerdem wird die Restwärme genutzt, die in dem Dampferzeuger entsteht, wenn der gasförmige Dampf flüssig wird. Das Ergebnis: Geringerer Energieverbrauch und weniger CO2-Emissionen.

Ob und wie diese Optimierung auch in der realen Produktion des Chemieunternehmens eingesetzt werden kann, ist offen. Immerhin, „bei Interesse werden wir das Projekt anderen Standorte anbieten“, erklärt Günter Jacobsen, Pressesprecher im Brunsbütteler Werk.

Ausbilder Michael Schulze ist stolz auf die Leistung seines Azubi-Teams: „Sie haben verstanden, wie Nachhaltigkeitsaspekte systematisch in den Produktionsprozess eingebracht werden. Sie gehen nach ihrer Ausbildung hoch motiviert in unsere Anlagen.“

Für Andreas H. Meier war die Preisverleihung am Montag die letzte Amtshandlung als Vorstandsvorsitzender des VCI Nord und Vorsitzender der Geschäftsführung der Solvay GmbH vor seinem Eintritt in den Ruhestand. Der Jury gehörten außerdem Dirk Jepsen (Geschäftsführer des Ökopol-Instituts für Ökologie und Politik) und Gerald Proß (Sekretär der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Landesbezirk Nord) an. Meier lobte das Projekt: „Nicht nur die enormen Ressourceneinsparungen, sondern auch das Engagement und die systematische Vorgehensweise der Azubis bei der Konzeptentwicklung haben uns beeindruckt.“

Der erste Platz im Wettbewerb sei nicht mit einem Preisgeld dotiert, aber „Ruhm und Ehre“, so Günter Jacobsen, seien mit dem Erfolg verbunden. Sechs Projekte waren in die engere Wahl gekommen, das Brunsbütteler Trio setzte sich am Ende durch.

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