Nord-Ostsee-Kanal : Autos kommen nicht rüber

Keine gute Nachricht für Pendler: Sie müssen sich eine längere Ausweichroute  ans andere Kanalufer überlegen.
Keine gute Nachricht für Pendler: Sie müssen sich eine längere Ausweichroute ans andere Kanalufer überlegen.

Anleger marode: Die Burger Fähre bringt mindestens bis Ende der Sommerferien nur Fußgänger und Radler auf die andere Kanalseite.

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23. Juli 2014, 05:00 Uhr

Voraussichtlich bis Ende der Sommerferien am 25. August bleibt die Burger Kanalfähre für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Lediglich Fußgänger und Radfahrer werden befördert. Den Anlass für diese noch nie da gewesene Maßnahme lieferte am Montag der Anleger auf der Südseite (wir berichteten). Der war zuvor bei einem besonders niedrigen Wasserstand mal genauer in Augenschein genommen worden.

Die in den Kanal ragende Anlegerampe ruht auf 21 in den moorigen Untergrund gerammten Stahlpfählen. Darüber ist der stählerne Aufbau konstruiert. Nun kam heraus, dass 75 Prozent der Stahlträger und der darunter befindlichen Pfahlköpfe bedenklich verrostet sind: Jederzeit könnte ein Fahrzeug, insbesondere große Traktoren und Lkw auf der Rampe einbrechen. So war das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Brunsbüttel gezwungen, die Notbremse zu ziehen um seiner Verkehrssicherungspflicht Genüge zu tun. Deshalb geht es nun eher gemütlich zu an der Burger Fähre.

1000 Fahrzeuge pro Tag werden dort normalerweise übergesetzt, davon 80 Prozent Pendler. Ihnen empfiehlt das WSA, weiträumig über die Hochbrücken auszuweichen, weil die kleinen Fähren in Hochdonn und Kudensee dem Fahrzeugaufkommen nicht gewachsen seien.

Bei betroffenen Pendlern regt sich Unmut. Denn bereits Sonntagnachmittag zeigte sich die Mehrbelastung in Hochdonn. So musste die Burger Lehrerin Katharina Nagel drei Fähren abwarten, bis sie übergesetzt wurde. Dies teilt sie auf der Facebookseite „Burg Dithmarschen Aktuell“ mit. Eine ,,Frau Paul" schreibt dort: ,,Der Kanal ist eine künstlich angelegte Wasserstraße. Schiffe, die rüber fahren zahlen dafür. Da halte ich es für selbstverständlich, dass ein Teil der Einnahmen dafür verwendet werden, dass soetwas rechtzeitig behoben wird.“ Ausbaden dürfen den Ärger die Männer und Frauen, die auf der Burger Fähre arbeiten. ,,Die Bauern wollten es nicht einsehen, das wir sie nicht mehr übersetzen können“, berichtet Kapitän Hans Berg. Sein Kollege Harald Bolling, der gestern Dienst hatte, hat inzwischen die Lohnunternehmer verständigt.

Verschärft wird das Problem dadurch, dass der zweite Burger Anleger derzeit ebenfalls in Reparatur ist. Im Mai baute man die Anlegerbrücken der benachbarten Spitzkopffähre aus. Sechs Wochen sollte die Überholung dieser Anleger dauern, dann stellte man fest, das auch hier der Zahn der Zeit ganze Arbeit geleistet hat. Mit Bordmitteln ist das nicht mehr zu beheben, deshalb muss die Grundsanierung der Spitzkopffähranleger nun ausgeschrieben werden. Gesa Völkl, WSA-Leiterin in Brunsbüttel, sagt zur zeitlichen Zielsetzung diese Sanierungsmaßnahme: ,,Nächsten Sommer sind wir fertig.“ Nach dem Totalausfall des Klappenfähranlegers aber muss der Spitzkopffähranleger nun schnellstens notdürftig instand gesetzt werden, müssen die auf dem nördlichen Kanalufer zwischengelagerten Anlegerbrücken schnellstens wieder eingehängt werden. Dann wird der südliche Anleger der Klappenfähre komplett zurück- und neu gebaut. Ende des Jahres will Völkl diese Aufgabe erledigt wissen. Danach soll dann der Spitzkopffähranleger grundsaniert werden. Völkl berichtet, das man die Burger Probleme anderswo nicht habe. Der desolate Zustand des Burger Südanlegers sei auch Folge der besonderen Untergrundsituation.

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