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erste meinungen : Autos in der Breiten Straße: Geteiltes Echo

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit kurzem fahren wieder Autos durch die Breite Straße in Itzehoe. Eine Stippvisite zeigt geteilte Reaktionen. Manche Passanten und Anlieger sind zufrieden, andere nicht.

von
erstellt am 29.Aug.2013 | 16:44 Uhr

Es ist angenehm warm, Menschen bummeln durch die Breite Straße, und die Sonne spiegelt sich auf den Scheiben der parkenden Autos. An diesem schönen Nachmittag sitzt Volker Sextro auf einer Parkbank gegenüber von Foto Albrecht und liest. Gerade, als er umblättert, fährt ein Auto nur wenige Zentimeter von ihm entfernt vorbei. „Auch wenn sie nur Schritttempo fahren, stören die Autos“, sagt er. Insbesondere in der Innenstadt. Seiner Meinung nach steigt die Lebensqualität der Menschen ohne Autos. Derweil kommt eine Frau mit Kinderwagen die Straße hoch, muss aber für einen Lkw ausweichen, der kurz darauf in die Kirchenstraße einbiegt.

Im Eis Casal sitzt Erwin Schünemann und trinkt seinen Kaffee. Der 76-Jährige hat die Öffnung der Breiten Straße noch gar nicht wirklich registriert, wie er sagt. „In der Zeit, in der ich hier saß, sind vielleicht zwei oder drei Autos durchgefahren.“ Der alteingessene Itzehoer ist der Meinung, dass der neu geöffnete Abschnitt vielleicht nicht wirklich angenommen wird. „Aber das kann ja noch kommen.“ Die Öffnung bringe hoffentlich neues Leben in die Geschäftswelt, erklärt er mit Blick auf das verlassene Hertie-Gebäude.

Seine Tischnachbarin, Christa John ist froh, dass sie jetzt nicht mehr so viel laufen muss. Störende Abgase habe sie noch nicht bemerkt.

Auch Hermann Bernsdorf sieht die Öffnung der Breiten Straße nicht kritisch, ganz im Gegenteil. „Ich finde es ganz toll, weil ich jetzt direkt zum Einkaufen gehen kann.“ Früher, meint er augenzwinkernd, habe er immer ein Strafmandat bekommen, wenn er wie jetzt vor der Volksbank geparkt hat. Heute ist dies erlaubt.

Eine Bäckereifachverkäuferin von Bäcker Frähmcke meint, dass die Öffnung nicht unbedingt zu einer erhöhten Kundschaft beigetragen hat. „Wir haben das gar nicht so gemerkt“, sagt sie. Obwohl sie den Tag über im Laden steht, stören sie gerade die Autos, die sich nicht an die Vorschriften halten. „Wenn sie alle in dem richtigen Tempo und in die richtige Richtung fahren würden, wäre es ja halb so schlimm.“

Benny Ahting ist auch nicht einverstanden mit der jetzigen Situation. „Dieser Teil gehört noch zur Fußgängerzone“, meint er. Im Moment findet er die Situation nicht allzu problematisch, da „sowieso nicht viele Geschäfte da sind“. Doch wenn es mehr wären, würden die Autos seiner Ansicht nach stören.

Wieder kommt ein Wagen die Breite Straße hinauf. Dieses Mal ist er silberfarben – und er ist der Vierte in dieser halben Stunde.

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