Autos im Zeichen des Löwen

Fast wie gerade erst vom Fließband gelaufen, präsentierten sich die meisten Oldtimer.
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Fast wie gerade erst vom Fließband gelaufen, präsentierten sich die meisten Oldtimer.

Großes Treffen der Peugeot-Liebhaber auf Frestedter Wiese: Fachsimpeln und Geschichten rund ums Auto erzählen

shz.de von
29. Mai 2012, 08:09 Uhr

Frestedt | Für die Franzosen ist der Peugeot, was für die Deutschen der Mercedes ist. Ein zuverlässiges Auto das viel Luxus und Fahrkomfort bietet. "Wer einmal Peugeot gefahren ist, bleibt in der Regel bei der Marke", sagte folglich ein Besucher des Peugeot 404-Treffens auf dem Gelände von Peter Brodersen in Frestedt.

Neue Fahrzeuge sah man hier kaum. Es waren die Oldtimer der französischen Marke, um die sich die Gespräche der Fans drehten, die mit rund 50 Autos aus weiten Teilen Deutschlands und dem näheren Ausland angereist waren. Seit 24 Jahren treffen sich die Peugeot-Freunde einmal jährlich in der kleinen Dithmarscher Gemeinde. Die Idee dazu hatte der inzwischen verstorbene Christoph Ruppel. Heute lädt Peter Brodersen, selbst stolzer Besitzer eines Peugeot 404, Baujahr 1967, und einer Peugeot 404 Limousine, Baujahr 1968, zu den Treffen ein.

Egon und Ilse Gothmann aus Hamburg sind Peugeotfans seit vielen Jahren, fahren einen inzwischen 73 Jahre alten 402, den sie in den 60er Jahren in Frankreich fanden. Mit einem vergleichsweise jungen 305, Baujahr 1985, war Volker Mehs aus Kiel nach Frestedt gekommen. Gemeinsam hatte man das internationale Treffen in Lahnstein bei Koblenz besucht, zu dem 450 Teilnehmer aus 14 Nationen mit 191 Fahrzeugen angereist waren.

Manche Gäste steckten interessiert den Kopf in den Motorraum des Peugeot 404 Break, einem Kombi von Wolf-Ingo Müller. An dem Wagen Baujahr 1966 hatte der Hamburger einige Veränderungen vorgenommen. Der Peugeot bekam unter anderem eine stärkere Lichtmaschine, einen Tropenkühler und einen Ölwannenschutz. Nicht ohne Grund, denn: "Alle zwei Jahre verschiffe ich das Auto nach Kapstadt und nehme an Fahrten durch Nord- und Südafrika teil, fuhr durch Namibia, Nairobi und Sambia." Probleme, Ersatzteile in Afrika zu bekommen gäbe es nicht, berichtete er weiter. Der Service vor Ort sei überall gut, viele Werkstätten hielten Teile für die alten Peugeots bereit. Wer in Deutschland Teile für seinen Oldtimer sucht, könnte da schon mehr Schwierigkeiten bekommen.

Von dem Peugeot 305 von Volker Mehs gibt es nur noch 368 Fahrzeuge, die für den Straßenverkehr zugelassen sind. "Da heißt es suchen, wenn man ein Ersatzteil braucht", sagte er. Dafür reisen auch Händler zum Peugeot-Treffen an. Rustan Nordenbratt aus Göteborg und Lennart Sjöberg aus Kopenhagen gehörten dazu. Die Skandinavier boten neben Ersatzteilen auch zahlreiche Souvenirs mit dem Emblem des Löwen an.

Eingebunden in das Treffen war auch eine gemeinsame Ausfahrt. "Wir machen eine kleine, gemütliche Tour von Frestedt aus nach Hochdonn an den Nord-Ostsee-Kanal und fahren von dort zurück über Burg zum Ausgangspunkt", erzählte Peter Brodersen. Natürlich war auf dem Gelände auch für Imbiss und Getränke gesorgt. Und beim Plausch über ihre Autos, Reparaturen, Ersatzteilbeschaffung oder aufwendige Restaurierungsarbeiten oder Treffen der Peugeot-Freunde in ganz Deutschland, sorgte Heiko Kroll mit seiner Gruppe "Mighty Buffalo" für musikalische Unterhaltung.

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