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Lokale Wirtschaft : Auszubildende gesucht: Noch 245 Stellen in Itzehoe frei

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vielen Itzehoer Unternehmen fehlen qualifizierte Bewerber. Vor allem Handel, Bau und verarbeitendes Gewerbe haben noch offene Stellen.

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erstellt am 28.Jun.2016 | 05:00 Uhr

Eigentlich sollten die Bewerbungen längst geschrieben und alle Stellen vergeben sein: 245 Ausbildungsplätze sind in Itzehoe und Umgebung noch unbesetzt, obwohl das neue Ausbildungsjahr schon am 1. August beginnt. Die Zahl stammt aus der jüngsten Erhebung der Heider Arbeitsagentur vom Ende des vergangenen Monats. „Aktuell suchen vor allem der Handel, das Baugewerbe und das verarbeitende Gewerbe noch Auszubildende für dieses Jahr“, teilt die Behörde auf Anfrage mit. Eine richtige Bilanz sei allerdings erst nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres möglich, so Leiter Roland Geist.

Eine nicht repräsentative Umfrage unter einigen Itzehoer Unternehmen ergab, dass vor allem in Sparten mit sehr speziellen Anforderungen noch Bewerber gesucht werden. So sind beispielsweise in der Schlachterei Richard Basche noch zwei von drei Ausbildungsplätzen zum Fleischer zu vergeben. „Allerdings muss man für so einen Beruf geboren sein“, sagt Betriebsleiter Thomas Gössel. Drei Azubis seien momentan im ersten Lehrjahr. „Auch für diese Stellen haben wir nur mit sehr viel Glück Bewerber gefunden.“

Beim Windparkprojektierer Prokon ist ein Ausbildungsplatz zum Fachinformatiker für Systemintegration noch unbesetzt. „Es ist nicht leicht, geeignete Auszubildende zu finden, da die Ausbildung fachlich und persönlich sehr anspruchsvoll ist“, sagt Sprecherin Sonja Scheerer. Schulabgänger mit der entsprechenden Qualifikation würden sich häufig eher für ein Studium interessieren statt für eine Ausbildung. Ähnliche Erfahrungen machen auch die Itzehoer Versicherungen, wo momentan noch zwei Auszubildende zu Versicherungskaufleuten für die Bereiche Hamburg und Lübeck gesucht werden. Bewerber seien immer häufiger nicht mehr im Schulalter, sondern hätten bereits in ein Studium hereingeschnuppert, teilt Sprecher Tim Conrads mit.

Dass die Anforderungen der Betriebe nicht immer mit der Qualifikation der Jugendlichen übereinstimme, ist dem Leiter der Arbeitsagentur in Heide, Ronald Geist, durchaus bewusst. „Wenn es an der Qualifikation Zweifel gibt, bietet die Arbeitsagentur jedoch verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten für die Betriebe an.“ So könne ein Auszubildender beispielsweise Nachhilfe erhalten, ohne dass für den Betrieb Kosten entstünden.

Keine Probleme bei der Suche nach Auszubildenden melden das Klinikum Itzehoe und die Behörden. Im Klinikum starten zum 1. August zehn Berufsanfänger. „Wir haben keine freien Stellen mehr“, sagt Personalreferentin Bianca Schirmer. Lediglich die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege nehme noch Bewerbungen an. Dort startet am 1. Oktober ein neuer Ausbildungsjahrgang. In der Kreisverwaltung sind alle acht Ausbildungsplätze bereits vergeben, auch die drei Stellen bei der Stadt Itzehoe sind besetzt. „Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Bewerberzahl sogar gestiegen“, sagt Stadtsprecher Frank-Dieter Simon. Dies sei sicherlich darauf zurückzuführen, dass die Stadt aktiv auf Ausbildungsmessen geworben habe.


>Über eine neue Teilzeit-Ausbildung bei der Kreisverwaltung lesen Sie auf Seite 14.



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