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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 03:37 Uhr

Bildung : Austausch stärkt das Miteinander

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

Schulpartnerschaft besteht seit 35 Jahren. 22 französische Jugendliche für eine Woche an der Gemeinschaftsschule Wilster zu Gast.

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 04:45 Uhr

35 Jahre besteht die Schulpartnerschaft zwischen der Gemeinschaftsschule Wilster und dem St. Grémillon Collège in Frankreich. In dieser Woche sind 22 französische Austauschschüler im Alter zwischen 13 und 15 Jahren in Wilster zu Gast. Mit dem Bus kamen sie in der Marschenstadt an, wo sie die deutsche Sprache und Kultur jenseits der Schulbücher kennen lernen wollen. Sie wohnen eine Woche in den Gastfamilien bei ihren deutschen Austauschpartnern. Zum Besuch gehört auch traditionell ein Empfang im Spiegelsaal des Neuen Rathauses, bei dem diesmal der stellvertretenden Bürgermeister Helmut Jacobs die jungen Gäste willkommen hieß.

Der Besuch der Franzosen steht in diesem Jahr unter dem Motto „Schleswig-Holstein dans le vent“, Schleswig-Holstein im Wind. Es geht um Wind und erneuerbare Energien im nördlichsten Bundesland Deutschlands, dementsprechend gestaltet sich das Programm: zunächst besuchen Schüler und Lehrer die Firma Husumer „Senvion“, die Windkraftanlagen produziert. Außerdem besichtigen sie das Eidersperrwerk und werden im Anschluss am Strand von St. Peter-Ording den Wind am eigenen Leib zu spüren bekommen.

Ein weiterer größerer Ausflug gemeinsam mit den deutschen Austauschpartnern geht nach Hamburg. Dort werden die Teilnehmer den alten Elbtunnel, die Hafencity und die im Bau befindliche Elbphilharmonie in Augenschein nehmen, anschließend erhalten sie eine Führung durch das „Empire Riverside Hotel“, von dessen oberster Etage man einen Blick über den gesamten Hamburger Hafen genießen kann. Sie besuchen zudem die Speicherstadt, das Miniaturwunderland und den Michel.

Vorher jedoch stehen noch einige Ausflüge in der Region auf dem Programm: Heute ist eine Werksbesichtigung bei Holcim in Lägerdorf geplant, Kooperationspartner der Gemeinschaftsschule Wilster, am Montag wandern die Schüler mit den Lehrern vom Störsperrwerk aus bis nach Glückstadt, wo sie das Rätsel um den „Fisch in der Salzlauge“ lösen. Der letzte Aufenthaltstag, der Mittwoch, steht unter dem Motto „Sport“. Von Brenn- oder Volleyball bis Schwimmen können die Schüler sich sportlich vergnügen. Für den Nachmittag bereiten die deutschen Gasteltern ein Buffet vor, dann gibt es eine Breakdance/HipHop Tanzstunde der Tanzschule Giesen aus Itzehoe, bevor es um 18 Uhr mit dem Bus zurück nach St. Clair/ s. Elle in der Normandie geht.

Während des gesamten Aufenthaltes drehen die Franzosen einen Kurzfilm mit deutschen sowie französischen Dialogen, der als Nachbereitung der Reise dient und auch für die Eltern der jeweiligen Schüler gedacht ist. Diese sollten sehen, dass es „sinnvoll ist, einen solchen Austausch zu organisieren“, so Gabriela Schwarz, Französisch-Fachvorsitzende an der Gemeinschaftsschule Wilster. Sie organisiert den Austausch seit zehn Jahren. Schwarz bedauert, dass der Austausch zwischen Frankreich und Deutschland generell immer schwieriger werde, glücklicherweise unterstütze der Schulverband Wilstermarsch diesen Austausch. Schon De Gaulle und Adenauer hätten sich „im Namen der Völker darauf verständigt, dass nur in der Jugend ein Verständnis für friedliches Miteinander und Verantwortung geschaffen werden kann“, so Schwarz. Daneben gebe es auch „neue Gründe“, den Austausch am Leben zu halten, wie beispielsweise die Begegnung mit Gleichaltrigen eines anderen Landes und deren Familien, mit denen man unter Umständen sogar später noch eine Freundschaft pflegen kann.

Auch Schulleiterin Marlis Krumm-Voeltz hält es für einen „Glücksfall, dass wir zwei Austausche an unserer Schule haben“ (neben der französischen existiert auch ein polnische Partnerschaft). Auf diese Weise wüssten die Schüler, wozu sie Französisch lernen. Krumm-Voeltz hält es für sinnvoll, die Sprache anzuwenden und sie nicht nur aus den Büchern zu lernen.

Die französische Lehrerin Martine Maury begleitet den Austausch ebenfalls seit zehn Jahren. Die Schüler hätten selten die Gelegenheit, jemanden aus einem anderen Land zu treffen; dies sei eine gute sowie lehrreiche Erfahrung, so Maury. Nahezu alle Schüler weinten jedes Jahr bei der Abfahrt, viele sähen sich auch privat Jahre später noch wieder. Lucie und Henric, beide 13, gefällt es in Deutschland gut. Die Deutschen seien sehr gastfreundlich, das Essen gut. Sie freuen sich auf die Events und sind sich sicher, durch ihren Aufenthalt besser Deutsch zu lernen. 

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