Austausch für inklusiven Arbeitsmarkt

Für neue Perspektiven (v.l.): Torsten Wendt, Bärbel Brüning und Rainer Albath.
Für neue Perspektiven (v.l.): Torsten Wendt, Bärbel Brüning und Rainer Albath.

shz.de von
12. Juni 2014, 05:00 Uhr

Um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Schüler mit Behinderung zu verbessern, wurde das Projekt Übergang Schule und Beruf ins Leben gerufen (wir berichteten). Es soll Steinburgschülern mit Förderschwerpunkten in den Bereichen der geistigen, körperlichen und motorischen Entwicklung helfen, eine Anstellung außerhalb der Werkstätten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden.

Mit dem Ziel, Vertreter von Institutionen, Vereinen und Unternehmen zum Thema Integration zu informieren und an einen Tisch zu bringen, lud Rainer Albath, Projektkoordinator im Kreis Steinburg, zur dritten Regionalkonferenz ins Regionale Berufsbildungszentrum (rbz) ein. Rund 120 Gäste, darunter Vertreter von Steinburgschule, Brücke Schleswig-Holstein, Sozialministerium, Schulen, Unternehmen sowie von örtlichen Vereinen nahmen daran teil.

In seiner Begrüßungsansprache lobte Landrat Torsten Wendt das Engagement für Menschen mit Handicap und betonte die Wichtigkeit vielfältiger Kommunikation. „Das Projekt lebt davon, dass viele Akteure sich miteinander vernetzen und Hand in Hand arbeiten“, so Wendt. Auch im Hinblick auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit sei das Thema im Kreis sehr aktuell.

In ihrem Vortrag berichtete Bärbel Brüning, Geschäftsführerin im Lebenshilfe-Landesverband, von der beruflichen Ausbildung für Menschen mit geistiger Behinderung. Dabei handle es sich um „ganz unterschiedliche Menschen“, sodass die Berufswegeplanung „ganz individuell“ erfolgen müsse. Schließlich hätten Menschen mit Behinderung „ein Recht auf Arbeit und Beschäftigung“, wie es im Grundsatzprogramm heißt. Vom inklusiven Arbeitsmarkt ist ebenso im aktuellen Koalitionsvertrag sowie in der UN-Behindertenrechtskonvention die Rede. „Die Bedeutung der Arbeit gilt für Menschen mit Behinderung selbstverständlich genau so wie für alle anderen auch“, so Brüning.

Eine sehr kleine Anzahl von Berufsfeldern, die fehlende Anerkennung von Zertifikaten aus den Werkstätten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sowie die fehlende Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit geistiger Behinderung benannte Brüning als Probleme. Sie zeigte auf, welche Hürden es für beide Seiten zu nehmen gilt – sowohl für Betroffene als auch für Unternehmen.

Anschließend berichtete Miriam Kaufmann vom Integrationsfachdienst der Brücke über die laufende Berufsorientierung im Projekt Übergang Schule und Beruf anhand von Beispielen.

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