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Museum am Wasserturm : Ausstellung über Ländergrenzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

„Helm ab zum Gebet“ – Verein für Kultur und Geschichte präsentiert Ausstellung zum 100. Jahrestag Ausbruch 1. Weltkrieg.

von
erstellt am 18.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg – und Tausende Soldaten aus dem damaligen Lockstedter Lager mussten an der Westfront kämpfen und verloren dort ihr Leben in grausamen Schlachten. Auf diese Soldaten, aber auch auf das Leid der Zivilbevölkerung, die vielfach hungern musste, und an alle andere Aspekte des Krieges geht die Ausstellung „Helm ab zum Gebet“ ein, die ab Sonntag, 9. Februar, im Museum am Wasserturm öffentlich zu sehen ist. Landesweit gibt es zum Thema 100 Jahre Ausbruch Erster Weltkrieg drei Ausstellungen, die Hohenlockstedter ist dabei die bedeutendste. Dies bezeugt die Anwesenheit der Justiz- und Kultusministerin Anke Spoorendonk bei der offiziellen Eröffnung mit Vereinsmitgliedern und Gästen am Freitag, 7. Februar.

Doch die Schau geht über die Landesgrenzen hinaus – denn neben dem Verein für Kultur und Geschichte Hohenlockstedt und dem Historischen Seminar der Christian Albrechts-Universität Kiel haben auch der Geschichtsverein Wibilinga in Wewelgem (Belgien) und das Jägermuseum in Kauhava (Finnland) an der Konzeption mitgearbeitet. Deshalb werden zur Eröffnung auch die Verteidigungsattachés beider Länder, Kapitän zur See Juha Pallaspuro und Colonel Frank Claeys, erwartet. Von deutscher Seite nehmen Kreispräsident Peter Labendowicz und die beiden Schirmherren, die Landtagsabgeordneten Birgit Herdejürgen (SPD) und Heiner Rickers (CDU), teil.

Die Vorbereitungen für das Projekt laufen seit Jahren und gehen auf den Besuch von Jan Vancoillie bei einem Finnentag zurück. Der Belgier gab dort in einem Gespräch mit Achim Jabusch, Vorsitzender des Kulturvereins, den Anstoß für die grenzüberschreitende Schau. Jan Vancoillie wird auch die Einführung in die Ausstellung, die auch in Belgien und Finnland zu sehen sein wird, geben.

In der Ausstellungszeit werden Stellwände in Deutschland, Belgien und Finnland die Geschichte des Ersten Weltkriegs durch Texte, Bilder und skizzieren, außerdem werden im Museum Gegenstände aus der Kriegszeit präsentiert.

„Das ganze Spektrum des Ersten Weltkriegs wird gezeigt“, sagt Prof. Dr. Martin Krieger, Leiter des Historischen Seminars der Christian-Albrechts-Universität. Er hat zusammen mit einigen Studenten den wissenschaftlichen Teil mit den Hintergründen zum Ersten Weltkrieg erarbeitet. „Schleswig-Holstein war vom Krieg zwar nicht direkt betroffen, aber es wurde hier massiv aufgerüstet, um die Nordgrenze zu schützen. Außerdem wurden Tausende Soldaten aus dem Lockstedter Lager an der Westfront verheizt“, erläutert Prof. Dr. Krieger die lokalen Berührungspunkte mit dem weltweiten Krieg, der die ganze Welt erschüttert und verändert hat. Mit der Ausstellung solle auch die Diskussion über diese Zeit angeregt werden – auch mit Schülern, so der Historiker. Damit diese den Weg in die Schau auch finden, haben Jabusch und sein Team 35 Schulen angeschrieben und zu einem Besuch eingeladen.

Flankiert wird die Ausstellung durch ein umfangreiches Vortragsprogramm, das bis Ende des Jahres laufen wird. Dort gehen Experten auf die Situation der Soldaten und der Zivilbevölkerung, aber auch auf den großen geschichtlichen Zusammenhang ein.

Prof. Dr. Martin Krieger zeigt schon im Vorwege Hochachtung vor dem Hohenlockstedter Kulturverein und seinen ehrenamtlichen Helfern. „Es ist unglaublich professionell, wie hier gearbeitet wird.“ Auch Bürgermeister Jürgen Kirsten (SPD) würdigt die enorme Arbeit, die der kleine Verein ehrenamtlich leistet. Und er appelliert an alle Generationen, sich die Schau anzusehen. „Wer die Zukunft gestalten will, muss die Vergangenheit kennen.“

> Ausstellungseröffnung für Vereinsmitglieder Freitag, 7. Februar, 19 Uhr. Gezeigt wird die Ausstellung danach bis zum 2. November, Öffnungszeiten sonntags von 14 bis 16.30 Uhr und nach Vereinbarung.

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