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Ausstellung macht nachdenklich: Gedankenspiel zum Thema Bienen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 17.Jan.2014 | 05:00 Uhr

In der Stadtgalerie im Elbeforum dreht sich ab Sonntag alles um Bienen. Ilze Orniska, 1968 in Lettland geboren, gibt in der neuen Ausstellung „schwärmen…“ einen Einblick in ihre Arbeit. Und Inspirationsquelle sind dabei ihre Eltern, die schon seit Jahrzehnten eine Blumenwiese in Lettland besitzen und gemeinsam imkern. Die Präsentation beinhaltet verschiedene Serien. „Sie ist für mich eine Herzblut-Malerin!“, attestiert ihr die Galerieleiterin Silke Eikermann-Moseberg.

Begonnen hat Ilze Orinska ihre Ausbildung mit sehr traditioneller Malerei in Lettland. Durch ein Austauschprogramm lernte sie Rolf Thiele kennen, bei dem sie anschließend an der Kunsthochschule Bremen ein zweites, komplett anders ausgerichtetes Studium durchlief. In ihrer nach wie vor vorherrschend realistischen Landschaftsmalerei kam dann vor wenigen Jahren der „Klick“, wie sie sagt, und ihre Eltern, als Gestalten in Imkerkleidung, tauchten in ihren Bildern auf.

Dabei erscheinen sie in den ausgestellten Bildern als Einzelfiguren, aber auch zu zweit. Auch die weiteren Motive sind der Imkerei entlehnt: Honig, Waben, Propolis und natürlich Bienen. Letztere finden nicht nur als Motive Verwendung (in klassischer Öl-auf-Leinwand-Technik), sondern sowohl als Hörerlebnis als auch als (tote) Bestandteile einer Tischvitrine, in der Besucher einen Text unter den Bienen freischieben können. In einer so genannten Petersburger Hängung, bei der die Bilder nicht nur einzeln aufgereiht, sondern auf der Wand verteilt werden, zeigt Ilze Orinska eine Vielzahl an klein- und kleinstformatigen Ölbildern, die aufgrund der besonderen Präsentation wie ein Gedankenspiel rund um den Themenkomplex Bienen erscheinen.

Eine weitere Serie bilden Blumenbilder mit multiplen Blütentrieben aus einem Stiel. In naturkundlicher Manier fasst die Malerin verschiedene Honigpflanzen auf einem Blatt zusammen – wie Visionen für ein Bestimmungsbuch, das der verbreiteten Monokultur und dem daraus folgenden Bienensterben entgegen wirken will.

Es geht in der Ausstellung um ein Verinnerlichen, ein langsames sich Aneignen von Eindrücken. Gerade vor dem drohenden Bienensterben wirft diese Ausstellung einen eindrücklichen Fokus auf einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt in unserem Natursystem.

>Die Ausstellung „schwärmen…“ mit Bildern und Installationen von Ilze Orinska wird am Sonntag, 19. Januar, um 15 Uhr eröffnet und ist bis zum 30. März zu sehen.

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