Ausstellung erinnert an die "Titanic"

Liebe zum Detail: Holger Koppelmann beschäftigt sich in seinen Bildern mit dem Ablauf des Schiffunglücks von 1912. Foto: neumann
Liebe zum Detail: Holger Koppelmann beschäftigt sich in seinen Bildern mit dem Ablauf des Schiffunglücks von 1912. Foto: neumann

Präsentation im Heimatmuseum zeigt Passierschifffahrt um die Jahrhundertwende / Bilderserie rekonstruiert Untergang des Luxusliners

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07. April 2012, 08:22 Uhr

brunsbüttel | Größer, luxuriöser - und vor allem unsinkbar: Im schärfer werdenden Wettbewerb der Nord-Atlantik-Passagierschifffahrt erhielt die "Titanic" schon vor ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York ein besonderes Prädikat. Doch die Reise sollte im größten Schiffsunglück aller Zeiten münden. Nach der Kollision mit einem Eisberg sank der 269 Meter lange "White-Star-Liner" am 15. April 1912 - und riss rund 1500 Passagiere und Be satzungsmitglieder in den Tod.

Dem Untergang der "Titanic" widmet sich jetzt eine Ausstellung im Heimatmuseum - mit Bildern und Dioramen von Marinemaler Holger Koppelmann sowie Exponaten und Schiffsmodellen von Peter Baltes. Der ehemalige Leiter des Wrackmuseums Cuxhaven wird nach der Eröffnung durch Bürgermeister Stefan Mohrdieck am Sonntag, 15. April, um 15 Uhr in die Ausstellung einführen - auf den Tag genau 100 Jahre nach dem Untergang des Luxusliners.

Die Idee für die Sonderschau hatte Holger Koppelmann. "Ich beschäftige mich seit meiner Kindheit mit der Titanic", berichtet der 63-jährige Brunsbütteler. "Seitdem ich male, habe ich mir vorgenommen, das Thema irgendwann einmal darzustellen." Herzstück der Ausstellung sind 35 detailgetreue Bilder mit Passagierschiffen von ihm, darunter eine Bildfolge mit zwölf Motiven vom Bau bis zum Untergang des Luxusliners und eine Eiskarte mit den wichtigsten Schiffen, die zum Unglückszeitpunkt in der Nähe waren und sich zum Teil an der Rettungsaktion beteiligten.

"Das Schiff ist für mich das Entscheidende", sagt Holger Koppelmann, der sich in einigen Bildern mit dem Ablauf des Unglücks beschäftigt. Anschaulich wird das an einem 3,10 Meter hohen Wanddiorama im Maßstab 1:1250. In mehreren Phasen zeichnet er den Untergang von der Kollision über das Aus einanderbrechen des Rumpfes bis zur Lage des Wracks in rund 3900 Metern Tiefe nach. Ob sich das Unglück so abgespielt hat und das Schiff wie von ihm und Peter Baltes vermutet erst in 1000 Metern Tiefe in zwei Teile geborsten ist, ist wissenschaftlich nicht belegt. "Es ist eine Möglichkeit, wie es abgelaufen sein könnte", so Koppelmann.

Ergänzt wird die maritime Ausstellung im Heimatmuseum durch Modelle der "Titanic" und ihres Schwesterschiffes "Olympic" im Maßstab 1:200. Zu den Schmuckstücken gehören neben einem silbernen Sektkühler der "Mauretania" auch Geschirr, Speisekarten und Prospekte der Passagierschifffahrt um die Jahrhundertwende. Der Hamburger Carlo Marquardt, Hersteller von Schiffsmodellen, wird Exponate ausstellen.

"Wir wollen in der Ausstellung einen Einblick in die Passagierschifffahrt zu damaliger Zeit geben", sagt Ladage. Gezeigt werden auch historische Filmaufnahmen vom Bau der "Titanic". Über ein Terminal können sich Besucher zudem auf der Homepage des Auswanderermuseums in Bremerhaven einwählen - und nachforschen, ob einer ihrer Vorfahren mit dem Schiff nach Amerika gestartet ist. Auch wenn die Sonderschau den Namen "Untergang der Titanic" trägt: "Was wir ausstellen, hat wenig mit dem Mythos darum zu tun", erklärt Ladage.

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