Ausgeufert und missbraucht: Schredderaktion wird gestrichen

Diskussion über Schredderaktion: Die Gemeindevertreter (von links) Nico Hellerich, Werner Hoffmann, Dieter Pahl, Susanne Rademann und Gerd Burkhardt.
Diskussion über Schredderaktion: Die Gemeindevertreter (von links) Nico Hellerich, Werner Hoffmann, Dieter Pahl, Susanne Rademann und Gerd Burkhardt.

shz.de von
17. Juli 2015, 14:12 Uhr

In der Gemeinde Wewelsfleth wird es im Frühjahr 2016 und vermutlich auch in den zwei Folgejahren keine von der Gemeinde organisierte Schredderaktion für Baum- und Strauchausschnitt geben. Das haben die Gemeindevertreter unter Vorsitz von Bürgermeister Delf Bolten jetzt mehrheitlich beschlossen.

Delf Bolten führte als Begründung an, dass für diese Aktion jährlich Kosten von rund 5000 Euro von der Gemeinde aufgebracht werden müssten. Darüber hinaus seien Gemeindearbeiter vier Tage für diese Aktion im Einsatz. „Die Schredderaktion ist immer mehr ausgeufert“, bedauerte der Bürgermeister. Zudem seien immer wieder Grünabfälle von mehreren Grundeigentümern auf einer Sammelstelle aufgeschichtet worden, so dass der Kostenpflichtige bei Großmengen nicht mehr habe erfasst werden können. „Wir sind dann auf den Kosten sitzen geblieben“, sagte der Bürgermeister.

Die Alternative, eine Sammelstelle auf dem Bauhof einzurichten, habe abgebrochen werden müssen. Der Grund: es sei der Container für die Anlieferung von Bauschutt und Betonresten missbraucht worden.

Gemeindevertreterin Susanne Rademann regte an, die Schredderaktion nur auf Anmeldung anzubieten und die Grundeigentümer zu verpflichten, ihre Sträucher nur vor dem eigenen Grundstück bereitzulegen. Gerd Burkhardt forderte, von den Teilnehmern schon bei Anmeldung eine Kostenbeteiligung von mindestens 20 Euro einzufordern.

Nico Hellerich wollte diese Kostenbeteiligung sogar auf 40 bis 50 Euro hochschrauben. „Da müssen wir knallhart durchgreifen“, so der UWG-Abgeordnete. Dieter Pahl (SPD): „Wir wollen ja den Bürgern helfen!“ Er bat, das Thema noch einmal im Bauausschuss zu beraten.

Delf Bolten hatte Kopfschmerzen bei der bisherigen Praxis, die Schredderaktion durch die Gemeinde mit mehreren tausend Euro zu finanzieren. Er verwies auf ortsansässige Betriebe, die diese Grünentsorgung ihrerseits anbieten, damit Geld verdienen wollen und in Wewelsfleth auch ihre Steuern zahlen. Bernhard Sachse: „Lassen wir die Aktion doch zwei bis drei Jahre ausfallen und warten wir ab, wie die Bevölkerung reagiert.“

In diesem Sinne äußerte sich auch der Gemeindevertreter Detlef Bolten. Bei der Abstimmung fand dieser Vorschlag mit neun Stimmen die Mehrheit. Vier Gemeindevertreter votierten dagegen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen