Ausdiskutiert, ausgebucht, ausgesperrt

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04. August 2012, 09:45 Uhr

Sollte es wirklich wahr sein? Keine Diskussionen mehr über die Hablik-Villa? Nach dem Verkauf des Hauses, mit dem sich der Plan eines Umzugs des Wenzel-Hablik-Museums erledigt hat, sieht es stark danach aus. Und nach der Darbietung in der Sondersitzung der Ratsversammlung muss man sagen: kein Verlust. So weit überhaupt inhaltlich zu dem Projekt gesprochen wurde, stellten die Redner zu Recht fest, dass leider und unnötig ein Kulturgut für die Öffentlichkeit verloren ist. Ihr Antrag zur Unterstützung der Hablik-Stiftung, der durch den Verkauf überholt war, hätte allerdings auch nichts gebracht, da er längst nicht weit genug ging. Egal - denn eigentlich ging es ohnehin nur um Abrechnung und Schuldzuweisung. Was für ein Trauerspiel ausgerechnet im Ständesaal, dem Hort der Demokratie im Land. Und ganz vorn dabei, man muss es leider ansprechen, war wieder das IBF. Statt auf Fakten setzte es lieber auf Verschwörungstheorien. So warf Günter Wolter der Verwaltung "hektische Abwehrmaßnahmen" nach dem Antrag für die Sondersitzung vor. Und das bloß, weil die Verwaltung darauf hingewiesen hatte, dass die vier Unterschriften des IBF nicht ausreichten, sondern 14 Unterschriften erforderlich waren. Noch abenteuerlicher: "Sehr merkwürdig", so stellte Wolter bedeutungsschwanger in den Raum, sei es, dass ausgerechnet kurz vor der Sitzung das Haus verkauft worden sei. Was macht es da schon, dass Verkäufer und Käufer erklären, erst nach dem Geschäft von der Sondersitzung erfahren zu haben. Reak tion des Käufers: "Meine Verbindungen reichen gerade einmal bis zur sizilianischen Mafia." Recht so: Bei derartigen Unterstellungen hilft nur beißende Ironie.

"Wacken-Hotel" - deutlich sichtbar hängt das Banner am Hotel Mercure. Und es passt in mehrfacher Hinsicht: "Wir sind im Prinzip mit Wacken groß geworden", sagt Direktorin Antje Petersen. Zumindest für diese Tage im Jahr ist das Hotelgeschäft gesichert: Für die Crew sind die 77 Betten "schon auf Jahre ausgebucht". Dass sie verpflichtet sind, den Kaffee schwarz zu trinken, ist nur ein Gerücht.

Toiletten gesperrt, nur noch ein Klo für alle Mädchen an der Wolfgang-Borchert-

Regionalschule. Kurz vor den Ferien hatte die Nachricht die Redaktion erreicht, zum Ferienende wird das Thema jetzt wieder aktuell. Nachfrage beim Gebäudemanagement der Stadt: In den gerade erneuerten Toiletten waren Wände beschmiert und Abflüsse verstopft worden. Also kam die Regelung der Schulleitung: Nur noch mit Anmeldung durften die Mädchen hin. Nach einer Phase des Nachdenkens für die Nutzer gilt nun hoffentlich: neues Schuljahr, neues WC-Glück.

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