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Gastschüler : Aus Taiwan und Kolumbien nach Brunsbüttel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Yu-An Chen, Adam Gyalogh, Erika Tatiana Ramirez Romero und Søren Ørskov verbringen ein Gastschuljahr am Gymnasium Brunsbüttel. Die Jugendlichen aus Taiwan, Ungarn, Kolumbien und Dänemark wollen Land und Leute kennenlernen.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Erst vor wenigen Wochen sind sie in Brunsbüttel angekommen, und derzeit plagt sie noch ganz gewaltig das Heimweh. „Wenn diese ganz natürliche Phase überwunden ist, dann beginnt eine richtig schöne und vor allem überaus interessante und lehrreiche Zeit“, weiß Peter Rohlf.

Mit Yu-An Chen aus Taiwan, Adam Gyalogh aus Ungarn und Erika Tatiana Ramirez Romero aus Kolumbien empfing der Oberstufenleiter gemeinsam mit Schulleiter Hans-Walter Thee gleich drei 17-jährige Schüler aus der Ferne, die für ein Jahr das Brunsbütteler Gymnasium besuchen möchten.

Zusätzlich ist erstmalig für sechs Wochen mit Søren Ørskov ein Austauschschüler der Partnerschule im dänischen Ringkøbing zu Gast am Gymnasium der Schleusenstadt. „Wir haben das Glück in Dänemark ein Partnergymnasium gefunden zu haben, das jungen Menschen auf der einen Seite vermittelt, wie schön es ist mit der Region verwurzelt zu sein, gleichzeitig aber auch erklärt, dass es schön ist die Welt kennenzulernen“, sagt Hans-Walter Thee. Gemeinsam streben die beiden Gymnasien an, einen individuellen Schüleraustausch einzuführen und so unter anderem die Schulpartnerschaft zu vertiefen.

Während Adam Gyalogh bereits in Ungarn zunächst an seiner Schule und seit zwei Jahren mit Hilfe eines Privatlehrers Deutsch lernt und es sehr gut beherrscht, betreten Erika Tatiana Ramirez Romero und Yu-An Chen sprachliches Neuland.

„Wir haben uns ein Deutschlehrbuch für Ausländer besorgt und haben begonnen, mit Yu-An, die bislang nur die chinesische Schrift beherrscht, die lateinischen Schriftzeichen durchzugehen“, so Caroline Rohwedder. Die 18-jährige Oberstufenschülerin aus Eddelak hat sich für das sprachliche Profil am Brunsbütteler Gymnasium entschieden und sich gemeinsam mit Sinah Stüter (17/Brunsbüttel) und Lea Skrabs (17/Buchholz) bereit erklärt, mit den Austauschschülern auch abseits des regulären Unterrichts an deren Sprachkenntnissen zu arbeiten. Eine Aufgabe, die allen sehr viel Spaß bringt, ist innerhalb dieser kurzen Zeit schon so etwas wie Freundschaft unter den Schülern entstanden.

Doch was bewegt einen jungen Menschen dazu, für ein Jahr in ein fremdes Land zu reisen, ohne die Sprache zu können? Für Yu-An Chen ist es die deutsche Architektur und Philosophie, die sie reizt. In ihrer Heimat hat sie sich viel mit diesen Themen auseinandergesetzt, und so entschloss sie sich für diese Reise. Um möglichst schnell die neue Sprache zu lernen, fährt sie einmal wöchentlich nach Hamburg, wo sie an einem Sprach-Crash-Kursus teilnimmt. „Man merkt sehr deutlich, dass sich Yu-An intensiv mit Deutschland auseinandergesetzt hat. Sie bringt ein sehr breites kulturelles Grundwissen mit“, unterstreicht Rohlf.

Adam Gyalogh interessiert sich schon seit Längerem für die deutsche Sprache. Warum das so ist, kann er nicht genau benennen. Ganz froh ist er, dass sich seine Vorurteile, dass alle Deutschen Bier trinken und ausschließlich Fußball gucken nicht bestätigt haben. „Fußball finde ich langweilig“, so der 17-jährige Schüler. Während ihm das Wetter in der Schleusenstadt nicht so zusagt, ist er hingegen von der Art des Schulunterrichts begeistert. „In Ungarn dürfen wir während des Unterrichts nicht reden. Wir müssen still sitzen und mitschreiben was der Lehrer erklärt“, beschreibt er die auffälligsten Unterschiede.

Erika Tatiana Ramirez Romero wollte, bevor sie im nächsten Jahr an die Universität geht, gern noch einmal für ein Jahr ins Ausland. Da ihre Tante in Brunsbüttel lebt, bot sich ein Aufenthalt in der Schleusenstadt an. Die Deutschen sollen sehr pünktlich und genau sein, wurde ihr zuvor erklärt. So richtig begeistert ist die Kolumbianerin von dem vielfältigen Angebot an Schokolade, erzählt sie lachend.

„Jeder Schüler, der sich solch einer Erfahrung stellt, kommt als neue, veränderte Persönlichkeit wieder zurück. Die Schüler, die für ein Jahr im Ausland waren, sind in der Regel selbstständiger, selbstbewusster und freier“, hebt Schulleiter Thee die Vorteile heraus.

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