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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 18:22 Uhr

Stadtpark : Aus Kastanien- wird Ulmenallee

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

72 neue Bäume werden am Festungsgraben im Stadtpark gepflanzt. Art soll den schwierigen Standortbedingungen standhalten

von
erstellt am 28.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Christina Bolz bemalte den Baumstamm mit weißer Farbe. „Die wird gegen die Pilze eingesetzt“, erklärte gestern die Mitarbeiterin der Firma Will den Jungen und Mädchen vom Kindergarten Elbbande. Sie guckten gespannt zu, was am Festungsgraben passiert. Vor allem die kleinen Bagger begeisterten sie. Mit diesen wird zurzeit die Erde ausgehoben, damit im Stadtpark Ulmen gepflanzt werden können.

Dort wo einst die Kastanienallee stand, werden in diesen Tagen 70 Ulmen, eine Kastanie und eine Trauerweide gepflanzt. Die meisten Bäume sind bereits in der Erde. Geschützt gegen Fraß mit Matten, gestützt gegen den Wind mit einem Holzgestell. Eine Ulme kostet 220 Euro brutto. Hinzu kommen die Kosten für das Einpflanzen. Die ganze Aktion kostet rund 115 000 Euro, einschließlich Fällen der alten Bäume und Arbeiten am Gewässer.

Bürgermeister Gerhard Blasberg und Esther Patyk vom städtischen Bauamt hatten die Kindergartenkinder gestern zum Spaziergang an der neuen Allee eingeladen. Denn die Jungen und Mädchen haben jüngst einen Klimapreis gewonnen, weil sie sich intensiv mit Bäumen und ihrer Funktion für das Klima beschäftigt hatten.

Mit dabei war auch Marion Lohmann von der Baumschule Lorberg. Sie hat die Bäume geliefert, die nur von zwei Baumschulen in Deutschland gezogen werden. Das Besondere: Sie sind gegen besonders häufig auftretende Krankheiten bei Ulmen resistent. „Diese Bäume sind jetzt acht bis zehn Jahre alt und haben einen Stammumfang von rund 16 bis 18 Zentimeter“, erklärte Marion Lohman. Wie hoch sie werden, konnte sie nicht sagen.

Gekommen war auch der Leiter der Fielmann-Niederlassung Itzehoe, Evgenij Rogalski. Er hatte 20 der Ulmen gespendet: „Wir pflanzen Bäume nicht für uns, wir pflanzen Bäume für nachkommende Generationen. Und so hoffe ich, dass noch viele Kinder an diesem Grün Freude haben werden.“

Der Stadtpark wurde in den Jahren 1814 bis 1818 auf Initiative von Ernst Seidel als so genannte Städtische Anlage angelegt. Heute steht der Park unter Denkmalschutz. Esther Patyk: „Teil der Städtischen Anlagen sind charakteristische Alleen entlang der ehemaligen Festungsgräben.“ Doch die mittlerweile imposanten alten Kastanien wurden in den vergangenen Jahren krank. Phytophthora heißt die Schleimflusskrankheit, die speziell Kastanien heimsucht, erklärte die stellvertretende Leiterin des Bauamtes. Und dagegen sei „kein Kraut gewachsen“.

In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege entstand das Konzept für die Nachpflanzung. „Als Baumart wurde bewusst nicht wieder die Kastanie ausgewählt, sondern eine Resista-Ulme, die mit den schwierigen Standortbedingungen deutlich besser zurecht kommt und nicht anfällig gegen Phytophthora ist. Auch gegen die bekannte Ulmenkrankheit ist die spezielle Ulmenart resistent“, erklärt Esther Patyk.

Landschaftsarchitektin Jana Hoschka hatte einst das Gutachten für die neue Baumallee gemacht. Sie hatte darin auch die Problematik des Standortes beschrieben: die ungünstigen Bodenverhältnisse, der hohe Wasserstand der Gräben, eine unausgewogene Nährstoffversorgung und die Krankheit Phytophthora. Daran angelehnt, sagte Bürgermeister Gerhard Blasberg während der Begehung: „Die Allee im Park ist eine anspruchsvolle Ecke.“ Die neuen Ulmen bezeichnete er als „tolle Ergänzung für den Stadtpark“.



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