Aus für Solar Direct – zurück zu den Wurzeln

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24. Juni 2014, 05:00 Uhr

Die Solar Direct GmbH wird es bald nicht mehr geben. Im Frühjahr hatte Geschäftsführer Torsten Johnson (Foto) den Antrag auf Insolvenz gestellt in der Hoffnung auf einen Neustart. Es hat nicht funktioniert. Nun startet nach seinen Worten am 1. Juli das Insolvenzverfahren: „Dann wird Solar Direct abgewickelt.“ Dennoch soll es weitergehen auf „kleinstmöglicher Flamme“ mit der Firma Regatec. Geschäftsführerin ist Johnsons Frau Petra.

Fehlerhafte Bauteile, verwendet in den umsatzstarken Jahren, und daraus resultierende Gewährleistungsansprüche hatten das Unternehmen in Probleme gestürzt – so hatte Johnson den Insolvenzantrag begründet (wir berichteten). Die Hoffnung, Solar Direct zu sanieren, erfüllte sich nicht, „weil die Auftragslage so weit zurückgegangen ist, wie wir es alle im Ansatz nicht gedacht hätten“. Die Umsätze passten einfach nicht, deshalb sei die Reißleine gezogen worden.

Von einst 50 Mitarbeitern sind noch fünf übrig, sie wechseln zur Firma Regatec. Durch Wartungsverträge und Montagen gebe es dort ein kleines Polster, erläutert Johnson. Auch den Vertrieb von Photovoltaik-Anlagen soll es weiter geben. Johnson ist „verhalten optimistisch“, sagt aber auch: „Es wird davon abhängen, wie schnell wieder ein Markt entsteht.“ Derzeit sei der Markt für Solaranlagen total eingebrochen. Dabei sei die Rendite nach wie vor gegeben, und die Strompreise stiegen. Doch die immer neuen politischen Diskussionen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz hätten potenzielle Kunden ebenso beeindruckt wie Banken: „Es ist einfach eine Riesen-Verunsicherung.“ Alle hätten die Nase voll und warteten ab. Zwar ist Johnson sicher, dass der Markt wieder anspringen wird – nur der Zeitpunkt sei unklar.

Solar Direct sitzt in St. Michel, über eine Holding erwarb das Unternehmen im Jahr 2011 zudem ein früheres Philips-Gebäude neben dem Fraunhofer-Institut ISIT in Itzehoe. Die Firmen Vishay, Reese + Thies sowie Pflegehelden sind dort Mieter, Johnson selbst nutzt nur ein Büro. Dabei bleibe es, auch dort gehe es auf minimaler Flamme weiter. Insgesamt sei das Unternehmen wieder dort angekommen, wo es 2002 angefangen habe: „Zurück zu den Wurzeln.“

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