Abriss : Aus für die alte Hühnerbrücke

Sie freuen sich auf eine neue Querung über den Rhin: Bürgermeisterin Maren Nagel (links) und Anliegerin Anke Siemann auf der alten Hühnerbrücke.
Sie freuen sich auf eine neue Querung über den Rhin: Bürgermeisterin Maren Nagel (links) und Anliegerin Anke Siemann auf der alten Hühnerbrücke.

Die Gemeindevertretung Engelbrechtsche Wildnis beschließt Neubau der Rhinquerung

shz.de von
16. Mai 2015, 16:54 Uhr

Nein, Wehmut kommt bei Maren Nagel nicht auf. Die Bürgermeisterin der Gemeinde Engelbrechtsche Wildnis denkt ganz pragmatisch: „Die alte Brücke hat ihre Schuldigkeit getan. Jetzt freue mich auf etwas Neues.“ Die Rede ist von der Rhinüberquerung, im Volksmund Hühnerbrücke genannt.

Einstimmig hat sich die Gemeindevertretung für den Abriss des Wahrzeichens und einen Neubau ausgesprochen. Der Grund: Innerhalb einer Betriebsprüfung, die alle fünf Jahre stattfindet, hat ein Ingenieurbüro erhebliche Mängel am alten Bauwerk festgestellt. „Um diese Mängel auszugleichen, sind umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig. Und das Problem der nicht behindertengerechten steilen Rampen wäre auch nicht gelöst worden“, erläutert Maren Nagel.

Fazit: Die Tage der alten Hühnerbrücke sind gezählt. Leicht gemacht haben sich die Gemeindevertreter die Entscheidung nicht. „Wir hatten ja keine Eile und haben einige Zeit darüber diskutiert“, sagt die Bürgermeisterin.

Der Blick ist jetzt nach vorne gerichtet. Planungen des Neubaus sehen eine Brücke mit einem Bogen für die entsprechende Durchfahrtshöhe (Nagel: „Vielleicht erhalten wir so ein wenig der Charakteristik“) und einer Durchgangsbreite von 1,50 Metern vor. „Eine neue Brücke hat ja ihre Vorteile. Sie ist für Radfahrer, Fußgänger gut geeignet und sie soll auch mit Rollstühlen gut befahrbar sein.“

Auf einer Länge von 22 Metern überspannt das neue Bauwerk den Herzhorner Rhin. Das Geländer wird auf die festgesetzte Normhöhe 1,50 Meter (jetzt noch 1,20 Meter) angelegt. Welche Kosten mit dieser Maßnahme auf die Gemeinde zukommen, steht noch nicht genau fest. Die Kosten für die neue Brücke muss die Gemeinde ausschließlich aus ihren eigenen Mitteln bestreiten. „Natürlich gibt es Berechnungen, aber die sind noch relativ vage. Zuschüsse erhalten wir für die neue Brücke nicht. Wir werden das alleine wuppen.“

Auch in Fragen Bauzeitraum sind noch keine Entscheidungen gefallen. „Aber ich bestehe darauf, dass zum Wildnis-Cup beziehungsweise Rhin in Flammen entweder schon der Neubau oder noch unsere alte Hühnerbrücke steht. Diese Veranstaltungen ohne Brücke gehen gar nicht.“

Seit 2003 steht die heute 64-Jährige der 900-Einwohner-Gemeinde vor. Auf welches Herstellungsdatum sich die alte Hühnerbrücke zurückverfolgen lässt, kann sie allerdings auch nicht definitiv sagen. „In der Ursprungsversion bestand die Brücke aus Holzelementen. Heute noch sind Gründungspfähle davon zu erkennen.“

Zum besseren Halt und gegen Abrutschen wurden seinerzeit hölzerne Querleisten auf den Rampen – ähnlich Hühnerleitern im Stall – montiert. „Wahrscheinlich rührt davon der Name“, mutmaßt Maren Nagel. Eines ist jedenfalls sicher: Wenn die neue Brücke steht, wird sie mit einer zünftigen Party eingeweiht.

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