Aus für Buslinie: Keine Fahrten nach Krempe

Zu wenig Fahrgäste nach Schulschließung

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15. Juli 2015, 12:57 Uhr

Mit dem Ende der Kremper Gemeinschaftsschule steht jetzt auch eine Buslinie vor dem Aus. Die Linie 9 wird künftig nicht mehr die kleine Marschenstadt anfahren. Zu wenig Schüler sind übrig geblieben. Deshalb wird der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr diese Verkehrsleitung mit dem neuen Schuljahr beim Busunternehmen Vineta, das die Strecke betreibt, abbestellen.

Der Beschluss geschah im Einvernehmen mit dem Schulverband Krempermarsch, dieser hatte die Abbestellung beantragt. „Hier wird die Veränderung der Schullandschaft sichtbar. Und ich befürchte, diese Abstellung wird nicht die letzte sein“, sagte Zweckverbandvorsteher Rainer Naudiet während der jüngsten Sitzung.

Hintergrund der Abstellung ist die Schließung der Gemeinschaftsschule in Krempe, jetzt existiert dort nur noch eine Grundschule. Von einstmals 154 Kindern, die seit 2008 noch mit einem Gelenkbus auf der Linie 9 aus den umliegenden Dörfern zur Kremper Gemeinschaftsschule gefahren wurden, blieben nach Schließung nur noch 16 übrig.

Die Busverbindung der Linie 9 führt bisher über Itzehoe nach Kremperheide, teilweise weiter nach Neuenkirchen und sieben Mal pro Tag bis nach Krempe. Diese Touren entfallen jetzt. Durch die Abstellung der Fahrten nach Krempe spart der Zweckverband. Denn als Zuschuss an das Busunternehmen Vineta zahlte er für diese Leistung bisher über 80  000 Euro. Vor allem das klamme Krempe und die Gemeinde Krempdorf sparen. Sie mussten sich bisher mit 26  000 Euro (Krempe) und 2600 Euro (Krempdorf) an der Finanzierung der Linie 9 beteiligen. Die restliche Ersparnis entfällt auf die übrigen Gemeinden und Städte, die sich am Busverkehr im Raum Itzehoe beteiligen.

„Die Kappung macht Sinn“, betonte auch Harm Früchtenicht“, Amtsvorsteher des Amtes Krempermarsch und Bürgermeister von Bahrenfleth. Früher sei der gesamte Schulverkehr nach Krempe ausgerichtet gewesen. Jetzt gingen die Gemeinschaftsschüler nach Itzehoe, die Grundschüler aus Bahrenfleth überwiegend nach Kremperheide. 13 Grundschüler würden noch in Krempe beschult, die Tendenz sei jedoch rückläufig. Deshalb ist für Früchtenicht jetzt eine gute Anbindung nach Itzehoe und Kremperheide wichtig.

„Wir sollten uns bemühen, den Busverkehr aus Neuenkirchen und Bahrenfleth in vernünftiger Weise in die Linie 9 einzubeziehen.“ Mit seinem Antrag, deshalb die Zeiten der Grundschulen in Itzehoe und Kremperheide an den Busfahrplan anzupassen und dafür einen Teil der gesparten Summe auszugeben, fand allerdings bei der Mehrheit des Zweckverbandes keine Zustimmung. Allerdings soll geprüft werden, wie sich eine bessere Anbindung der Gemeinde Bahrenfleth und des Ortsteil Neuenkirchen auswirken würde. Diese Zusicherung gab Verbandsvorsteher Rainer Naudiet.

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