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Osternacht in Itzehoe : Aus der Dunkelheit zurück ins Licht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die St. Jakobi-Gemeinde in Tegelhörn feiert eine besondere Osternacht: Am Ostersonntag um 5.45 Uhr geht es los.

5.45 Uhr am Ostersonntag. Um diese Zeit beginnt in der evangelischen St.  Jakobi-Gemeinde in Tegelhörn der Gottesdienst zur Osternacht. Es folgen Spaziergang, Frühstück und ein Familiengottesdienst um 10 Uhr. Im Interview spricht Pastor Dietmar Gördel über die Früh-Veranstaltung, die für ihn die schönste im Jahr ist.

Herr Gördel, warum dieser spezielle Gottesdienst am Ostersonntag?
Gördel: Die Osternacht bringt wie kein anderer Gottesdienst wunderbar zum Ausdruck, dass wir leben zwischen dem Tod und der Auferstehung. Wir leben in einer Welt, die noch dunkel ist. Das erleben wir dieser Tage ganz besonders durch den Flugzeugabsturz – der Tod regiert, und er ist mächtig. In dieser Finsternis starten wir den Gottesdienst, kein Licht, keine Musik. Dann wird nach einer Zeit der Stille die Osterkerze hereingetragen, es wird hell und der Osterruf „Christ ist erstanden“ erschallt. In dem Moment, in dem wir uns an die Auferstehung erinnern, werden alle Kerzen in der Kirche angezündet. Wir spüren: Es wird hell in unserem Leben, Gott lässt uns nicht in dieser Finsternis. Wir feiern seinen Plan mit dieser Welt, dass er die Menschen nicht los lässt und sie so sehr liebt. Deswegen feiern wir wie die allerersten Christen, die in der Osternacht getauft haben, auch in unserer Osternacht gern Taufen, in diesem Jahr zwei Erwachsenentaufen.

Welche Bedeutung hat dieser Gottesdienst für Sie als Pastor?
Es ist für mich die zentrale Veranstaltung im Jahr, weil alles, was Gott für uns macht, deutlich wird. Er sieht unsere Finsternis, unsere Angst und Sorgen und verwandelt sie in Licht. Es ist das Schönste, was es gibt, das nachzuempfinden.

Sieht Ihre Gemeinde das genau so?
Es prägt gerade unsere Gemeinde, es auszuhalten, dass es auch Böses gibt in der Welt, und sich danach auszustrecken und zu sehen, dass Jesus unser Leben hell macht. Es gibt eine sehr gute Resonanz auf diesen Gottesdienst. Natürlich wäre es einfacher, es nachts zu feiern, also um 23 Uhr anzufangen und danach ins Bett zu gehen. So muss man früh aufstehen. Aber das Schöne ist: Man geht danach ja in den Ostermorgen hinein. Jesus möchte, dass wir uns bewegen, das Leben spüren. Das spürt man eben, wenn man danach zusammen einen Osterspaziergang und Osterfrühstück machen kann, und Gemeinschaft erlebt.

Gefühlte drei Tage nach Weihnachten waren die Osterhasen in den Regalen. Welche Bedeutung haben diese Festtage noch? Oder steigt sie womöglich wieder?
Die Sehnsucht ist da zu wissen: Was ist dahinter? Was ist hinter dem Osterhasen? Und wir merken, der Weihnachtsmann kann uns nicht wirklich helfen, wenn es hart auf hart kommt in unserem Leben. Wir spüren: Jesus blendet das Dunkel nicht aus, er verwandelt es in Licht. Ostern ist natürlich schwerer zu verstehen als Weihnachten. Dabei ist das das Fest, was deutlich macht: Unser Leben ist viel weiter als das, was wir verstehen können. Diese Hoffnung auf Leben bricht sich Bahn im Ostergeschehen. Dass uns Gott hinein nimmt in dieses Leben, ist gewaltig schön. Das versuchen wir als Gemeinde zu leben, deshalb haben wir die Kirche umgebaut mit der großen Auferstehungshoffnung im Altar: Wer zu Jesus kommt, steht in einem wunderbaren Licht.


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erstellt am 04.Apr.2015 | 08:00 Uhr

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