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Norddeutsche Rundschau

26. Juli 2017 | 20:53 Uhr

Denkmal im Wald : Aus den Fugen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Bismarcksäule in Itzehoe muss von außen saniert werden. Der Förderverein bekommt Unterstützung von der Stadt.

Nein, große Granitquader werden wohl nicht herabfallen. Noch nicht. Die Gefahren an der Bismarcksäule sind sichtbar, aber noch nicht akut – so formuliert es Lars Bessel, Vorsitzender des Fördervereins für das Kulturdenkmal im Wald zwischen den Bundesstraßen 206 und 77. Doch die Sanierung des Bauwerks von außen „muss jetzt sein“, sagte Bessel im Ausschuss für städtisches Leben. Er stieß auf offene Ohren: Einstimmig fiel die Entscheidung, dass sich die Stadt in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt 10  000 Euro an dem Projekt beteiligt.

„Deutliche Fugenabgänge“ machen dem Verein Sorgen, teils kämen aus 18 Metern Höhe „anständige Brocken“ herab, sagte Bessel. „Diese Situation können wir als Verein nicht mehr wirklich lange so vertreten.“ Als Pächter habe der Förderverein die Verkehrssicherungspflicht: „Auch deshalb muss definitiv an der Fassade gearbeitet werden. Für diese Gefahren übernehme ich auf Sicht nicht mehr die Verantwortung.“ Dann bleibe nur die Rückgabe der Bismarcksäule an die Eigentümerin – die Stadt.

Weil das Wasser durch die schadhaften Fugen eindringe, drohten auch die Sanierungserfolge im Inneren zunichte gemacht zu werden, so der Vorsitzende. In seinem Antrag hatte Bessel darauf hingewiesen, dass in den vergangenen 13 Jahren rund 150  000 Euro sowie viele tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit investiert worden seien, um die Säule zu restaurieren. Jährlich seien mindestens 5000 Besucher gekommen: „Der Bismarckturm hat sich aus dem ‚Dornröschenschlaf‘ direkt in die Herzen der Menschen aus der Region katapultiert, was unzweideutig für bürgerschaftliches Engagement spricht.“ Der Vorstoß jetzt, so Bessel, sei der letzte Versuch. Seit zwei Jahren ist der Betrieb an der Säule weitgehend eingestellt.

Jetzt gab es eine neue Chance durch die Aussicht auf Fördermittel von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. 10  000 Euro könnten fließen, aber: „Wir brauchen als Verein eine ganz klare Aussage der Eigentümerin“, sagte Bessel. Die Stadt müsse bereit sein, sich zu beteiligen. Wenn es ein solches positives Signal gebe, werde es sicher auch wieder gelingen, private Spender zu gewinnen. Doch Geld allein mit dem symbolischen Verkauf der Steine zu sammeln, dauere zu lange.

Das Signal kam. Oliver Michels (CDU) betonte den „wichtigen Stellenwert“ des Denkmals für Itzehoe, bei einer Rückgabe sei die Stadt erst recht in der Pflicht. Positiv sei zudem der integrative Ansatz: Das bereits früher an der Säule tätige Bauunternehmen soll bei der Sanierung auch Flüchtlinge beschäftigen. Die Gesamtkosten in Höhe von rund 44  000 Euro sollen aus verschiedenen Quellen zusammenkommen, doch ohne Zusage der Stadt geht es nicht. Im Ausschuss fiel sie einstimmig aus, und Bessel verabschiedete sich mit leichter Verbeugung: „Herzlichen Dank!“

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erstellt am 17.Mai.2017 | 05:00 Uhr

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